Magna-Pläne
Opel-Produktion soll ins Ausland abwandern

Der Schuss könnte kräftig nach hinten losgehen: Fiat war als Opel-Investor unbeliebt, weil man bei den Italienern zu viele Stellenstreichungen erwartet hatte. Nun deutet immer mehr darauf hin, dass Magna nach dem Einstieg bei Opel auch Produktion von Deutschland ins Ausland verlagern wird.

HB FRANKFURT. Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna will nach vollzogener Opel-Übernahme laut einem Pressebericht einen Teil der Produktion ins Ausland verlagern. Betroffen sei die Fertigung von Motoren und Getrieben, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf ein Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums vom 5. Juni an den Haushaltsauschuss des Bundestages.

In den Unternehmensteilen arbeiteten 3 600 der 25 000 Beschäftigten in Deutschland, hieß es. In ganz Europa plane Magna bei Opel den Abbau von 9 500 der insgesamt 55 000 Arbeitsplätze. Die Auslastung der 14 Opel-Fabriken solle dadurch von 56 auf 96 Prozent steigen. Magna war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Laut der Zeitung enthält das Papier Planungen von Magna zu einzelnen Standorten in Deutschland. Demnach soll die Fahrzeug-Produktion in Bochum und Rüsselsheim zwar erhöht, gleichzeitig aber die Getriebefertigung in die ausländischen Werke Aspern in Österreich und Szentgotthart in Ungarn verlagert werden.

In Kaiserslautern solle dagegen die Komponenten- und Motorproduktion mit Ausnahme des Motors L850 fortgeführt werden. Noch nicht entschieden sei, ob die Vorfertigung von Komponenten für das Modell Corsa aus dem spanischen Zaragoza nach Kaiserslautern geholt werde.

Bereits am Montag hatte der Chef des russischen Unternehmensverbandes, Alexander Schochin, gesagt, dass mit dem geplanten Einstieg russischer Partner Opel-Technologie nach Russland geholt werden soll: "Insgesamt geht es natürlich um den Versuch, das Opel-Kompetenzzentrum nach Russland zu verlagern oder es gemeinsam in einer russisch-deutschen Kooperation zu betreiben, um zu vermeiden, dass es weiterhin beim Import von Hochtechnologie bleibt", sagte der Chef-Lobbyist und ehemalige Wirtschaftsminister im Gespräch mit der Tageszeitung "Welt".

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