Marken AEG, Juno, Zanussi
Electrolux brennen die Geschirrspüler ab

Der schwedische Hausgerätesteller Electrolux hat davor gewarnt, bestimmte Geschirrspüler zu benutzen. Sie könnten brennen. Insgesamt sind vier Marken des Konzerns betroffen, darunter auch AEG. Das Pikante an der Sache: Die Geräte stammen gerade aus jenen Ländern, in die Electrolux die Nürnberger Fertigung jüngst verlagert hatte.

HB NÜRNBERG. Wie das Unternehmen am Montag in Nürnberg mitteilte, sind Geräte der Marken AEG-Electrolux, Electrolux, Juno-Electrolux und Zanussi betroffen. Konkret seien das seit Juli 2006 verkaufte Modelle mit Seriennummern, die mit Zahlen von 627 bis 640 sowie 708 bis 716 beginnen. Die Seriennummer befindet sich auf dem Typenschild an der Seite der Geschirrspülertür und auf der Gebrauchsanweisung.

Ein Geräteteil könne unter Umständen in Brand geraten, teilte das Unternehmen mit. Eletrolux stufte das Risiko dafür aber als sehr gering ein. Dennoch sollten betroffene Kunden die kostenlose Hotline des Unternehmens unter der Rufnummer 08 00 / 4 44 00 66 kontaktieren, damit ein Techniker das Gerät überprüfen könne. Bis dahin sollten Kunden den Geschirrspüler weder benutzen noch selbst versuchen, ihn zu reparieren. Das Gerät sollte ausgeschaltet bleiben, müsse aber nicht vom Netz genommen werden, hieß es.

„Mit der Schließung des AEG-Werks in Nürnberg hat der Sicherheitshinweis nichts zu tun“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Die betroffenen Geschirrspüler seien in Italien und Polen gebaut worden. Electrolux hatte das Stammwerk der alten AEG im März dieses Jahres endgültig geschlossen. Die Fertigung war bereits zuvor aus Kostengründen nach Italien und Polen verlagert worden.

Hunderte Mitarbeiter verlieren Job

Seit 1994 gehört die AEG Hausgeräte GmbH zu Electrolux. Bis Ende 2006 arbeiteten in dem Nürnberger Hauptwerk 1 750 Menschen alleine in der Produktion. Von der Schließung nicht betroffen sind ein Teil der Entwicklung sowie die Bereiche Vertrieb, Kundendienst und Logistik mit insgesamt etwa 700 Mitarbeitern.

Die AEG-Belegschaft war am 20. Januar 2006 in einen Streik getreten, um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen. Nach einem mehr als sechswöchigen Arbeitskampf, der die Schließung nicht abwenden konnte, einigten sich IG Metall und Elektrolux schließlich auf einen Sozialtarifvertrag. Dieser sieht für die Betroffenen Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Qualifizierungsmaßnahmen in Höhe von mehr als 150 Mill. Euro vor.

Im Nürnberger AEG-Werk, das der Hauptfirmensitz mit den meisten Beschäftigten in Deutschland war, wurden seit den 1920-er Jahren Hausgeräte hergestellt. Zu seinen besten Zeiten liefen dort täglich 6 000 Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner vom Band. Herde und Kühlschränke werden andernorts produziert.

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