Markt soll mit neuen Modellen und Fertigung vor Ort erschlossen werden
Daimler will in China Lkw ohne Stern bauen

Daimler-Chrysler plant, in China schwere Lastwagen für den Export in Schwellenländer zu bauen. Die Wagen werden aber keinen Stern tragen. Dafür soll das Markenzeichen demnächst umso häufiger auf Pkw prangen.

HB PEKING. Die Fahrzeuge werden lokale Lastwagen als Basis haben und mit Motoren und Antrieben von Mercedes-Benz ausgerüstet werden, sagte der für das Chinageschäft zuständige Konzernvorstand Rüdiger Grube am Dienstag in Peking. Die Lkw sollen Grube zufolge nicht unter der Marke Mercedes-Benz vertrieben werden. Der deutsche Autobauer strebt für die Produktion ein Joint Venture mit dem chinesischen Nutzfahrzeughersteller Beiqui Foton an. Die Genehmigung für das Gemeinschaftsunternehmen steht aber noch aus. So heißt es dann auch intern bei Daimler-Chrysler, das Projekt sei „noch lange nicht unter Dach und Fach“.

Bisher importiert Daimler-Chrysler das Mercedes-Modell Actros aus deutscher Produktion. Für das vergleichsweise teure Fahrzeug gibt es in China jedoch nur einen eingeschränkten Markt. Im laufenden Jahr rechnet der Vorstand mit einem Absatz von 1 000 Fahrzeugen.

Daimler-Chrysler will auf dem chinesischen Markt mit einer neuen Struktur und neuen Köpfen endlich den Durchbruch schaffen. Der erst vor zehn Monaten angetretene Daimler-Vorstand Rüdiger Grube wird sich nach eigenen Angaben künftig wieder mehr „strategischen Fragen“ widmen. Die neu gebildete Geschäftsregion North-East-Asia, zu der außer China, Taiwan und Hongkong auch Südkorea gehört, wird vom 1. Oktober an operativ von Till Becker geführt, der bislang für Daimler in der Türkei verantwortlich war.

Auf dem Pkw-Markt will der Konzern vor allem mit Mercedes gegen die Marken Audi und BMW punkten und sein schwaches Image in China aufpolieren. Der Umbau hat auch den Segen des designierten neuen Daimler-Konzernchefs Dieter Zetsche. Der Nachfolger von Jürgen Schrempp stehe voll hinter der neuen Asien-Struktur, sagte Strategie-Vorstand Grube. Nach seinen Aussagen soll China nach Deutschland und Nordamerika zum dritten großen Produktionsstandort des Konzerns ausgebaut werden.

Für das laufende Jahr erwartet Daimler-Chrysler in China sowohl im Nutzfahrzeugbereich als auch bei Pkw einen steigenden Absatz. Nach Konzernangaben legte bis Ende Juli der Verkauf von Mercedes-Benz-Fahrzeugen auf dem chinesischen Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 9200 Stück zu. Gerade die Marke Mercedes soll auf dem noch immer am stärksten wachsenden Automarkt der Welt kräftig expandieren. Ein neues Werk in Peking mit einer Jahreskapazität von 25 000 Fahrzeugen werde plangemäß zum Ende des Jahres die Produktion aufnehmen, teilte Daimler mit.

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