Marktanteil soll binnen Jahren auf zehn Prozent steigen
Toyota bläst in Europa erneut zum Angriff

Die Toyota Motor Company, der drittgrößte Autohersteller der Welt, will seinen Marktanteil in Europa binnen weniger Jahre auf über 10 % mehr als verdoppeln.

ADAPAZARI. Das sagte der in der Tokioter Konzernzentrale für Europa zuständige Konzernvorstand Tokuishi Uranishi im Gespräch mit dem Handelsblatt. Konkrete Planungen gibt es bislang allerdings nur bis zum Jahr 2010. Dann will Toyota in Europa mindestens 1,2 Millionen Autos verkaufen. Der Marktanteil würde von zuletzt 4,7 % auf rund 7 % steigen: „Wir werden weiter wachsen, auch wenn wir das Tempo der letzten Zeit nicht halten können“, sagte Uranishi. Der führende japanische Autokonzern, der zum Ende der Dekade mit einem Weltmarktanteil von 15 % Ford und General Motors überholt haben will, hatte im ersten Quartal in Europa in einem nur leicht wachsenden Markt um rund ein Viertel zugelegt. Bis März wurden fast ein Drittel der für das gesamte Jahr geplanten Verkaufszahlen erzielt.

Daran, dass Toyota seine hoch gesteckten Ziele erreicht, zweifelt eigentlich kaum jemand. Das Unternehmen, das der VW-Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder anerkennend als den „besten Automobilhersteller der Welt“ bezeichnet, hat zuletzt stets die Prognosen übertroffen. Wie ernst den Japanern die Pläne für Europa sind, zeigt die Entwicklung der Fertigungskapazitäten: Während die europäische Konkurrenz Überkapazitäten von bis zu 25 % beklagt, wird Toyota in den kommenden Monaten die Schlagzahl um rund 50 % erhöhen.

Kürzlich startete in der Türkei die Fertigung des neuen Kompaktvan Corolla Verso, wodurch im Werk Adapazari statt bislang 100 000 künftig 150 000 Autos im Jahr gebaut werden sollen. Eine Steigerung auf 250 000 ist möglich. Außerdem werden die Japaner in ihren Fabriken in Frankreich und England die Produktion deutlich hochfahren und ab 2005 zusammen mit der französischen PSA- Gruppe (Peugeot/Citroën) in Tschechien 300 000 Kleinwagen fertigen, von denen die Franzosen allerdings zwei Drittel unter ihren Marken verkaufen wollen.

Unter dem Strich werden ab 2005 eine drei Viertel Million Toyotas in Europa gebaut werden. Das ist jedoch nicht das Ende der Fahnenstange: „Bei steigender Nachfrage werden wir weitere Schritte machen“, sagte Uranishi. Pläne für eine noch engere Zusammenarbeit mit PSA gebe es aber noch nicht. Dabei könnten die Franzosen Toyota helfen, eines ihrer größten Probleme zu lösen: Die Japaner haben den Trend zum Diesel zu spät erkannt. Besonders für die Toyota-Premiummarke Lexus, die es in den USA innerhalb weniger Jahre geschafft hat, auf Augenhöhe mit BMW und Mercedes zu kommen, ist das ein gravierender Nachteil. Die Verkaufszahlen bleiben bislang weit hinter den Erwartungen zurück.

„Wir haben mit Lexus in Europa Probleme, glauben aber an den langfristigen Erfolg“, betonte Uranishi. „Die Produkte sind gut, aber nicht attraktiv genug, um die Premiumkunden zu erreichen“, räumte er ein. Kleinere Diesel-Motoren werde Lexus bald bekommen, kündigte der Konzernvorstand an, bei den großvolumigen Motoren wollen die Japaner einen Hybrid als Alternative zum Diesel anbieten. Der erste Lexus mit diesem kombinieren Elektro- und Verbrennungsmotor wird nach Angaben Uranishis bereits im kommenden Jahr bei den Händlern stehen. Der Erfolg mit dem Hybrid-Auto Toyota Prius macht Uranishi Mut. Er ließ keine Zweifel daran, dass Toyota mit der nächsten Lexus-Produktfamilie in Europa eine neue Attacke auf die Kunden der Premium-Konkurrenz starten wird.

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