Maschinenbauer
Gea enttäuscht Dividendenerwartungen

Nach der Trennung vom verlustreichen Großanlagengeschäft sieht sich der Bochumer Maschinenbauer Gea dauerhaft auf Wachstumskurs. Allerdings will das Unternehmen eine geringere Dividende zahlen als erwartet. Nach Bekanntgabe der Zahlen gaben die Titel deutlich nach.

HB DÜSSELDORF. Umsatz, Gewinn und Rendite sollen in den kommenden Jahren deutlich zulegen, wie Gea am Donnerstag bei Vorlage der Jahresbilanz 2007 ankündigte. "Oberste Priorität haben künftig die Verbesserung der Profitabilität und die Rentabilität des eingesetzten Kapitals", sagte Vorstandschef Jürg Oleas.

Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seinen Umsatz auf 5,2 Mrd. Euro von zuvor 4,3 Milliarden. Mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 422 (Vorjahr: 298) Mill. Euro übertraf Gea die Erwartungen von Analysten. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 283,5 Mill. Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 20 Cent je Aktie erhalten. Hier hatten von Reuters befragte Experten mit 25 Cent gerechnet. Anleger erhofften sich offenbar auch mehr: Die Aktie verlor zeitweise deutlich mehr als vier Prozent auf gut 20 Euro.

Oleas will die operative Umsatzrendite in diesem Jahr um bis zu 0,8 Punkte steigern. 2007 kam Gea auf 8,1 (6,9) Prozent. Der Umsatz soll um etwa zehn Prozent zulegen, der Gewinn vor Zinsen und Steuern noch mehr. "Wir haben ein Portfolio, dass unabhängig von Zyklen ist", sagte der Schweizer. Gea stellt vor allem Maschinen für die Bereiche Pharmazie, Energie und Lebensmittel her. Zu den bevorzugten Märkten gehören daher auch Länder mit großem Bevölkerungswachstum. Gea-Kunden sind unter anderem Nestle, Danone und Kraft.

Schwach aufgestellt ist Gea bislang in bevölkerungsreichen Staaten wie China, Brasilien und Mexiko, was der Vorstand nun ändern will - auch mit Zukäufen. Für Akquisitionen habe der Konzern bis zu eine Milliarde Euro auf der hohen Kante. 2007 hatte Gea Firmen mit einem Gesamtumsatz von 200 Mill. Euro übernommen. Die Gesellschaft stärkte etwa ihr Geschäft mit Kühlanlagen mit der kanadischen Firma Aero Heat Exchanger und der britischen Denco.

2006 hatte Gea noch wegen des schwachen Großanlagenbaus einen Verlust von 288 Mill. Euro in den Büchern. Gea stieß mit dem Verkauf von Lurgi und Lentjes den Großanlagenbau weitgehend ab. 2008 will Oleas den Konzern durch den Verkauf von Unternehmensbereichen mit einem Gesamtumsatz von 100 bis 200 Mill. Euro weiter straffen.

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