Massive Stellenstreichungen
Seat-Mitarbeiter trifft es härter als erwartet

Statt im März angekündigter 1 300 fallen bei Seat nun 1 600 Stellen weg. Das hat der Autobauer mit der Gewerkschaft vereinbar. Die Rosskur ist nötig. Denn die Kosten müssen runter, nicht zuletzt weil sich die Autos schlecht verkaufen.

HB BARCELONA. Der Stellenabbau soll in einem Zeitraum von drei Jahren durch Vorruhestandsregelungen und freiwilliges Ausscheiden erreicht werden, teilte Seat am Mittwoch mit. Er betrifft etwa ein Zehntel der Belegschaft des spanischen Autoherstellers. Die Gewerkschaft hatte bereits vor zwei Wochen von entsprechenden Plänen berichtet.

Der Konzern hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von 49 Mill. Euro eingefahren; im Vorjahre waren es sogar 62,5 Mill Euro. Nun sollen die Kosten weiter gesenkt werden. Im Gegenzug hatte der Mutterkonzern Volkswagen angekündigt, in den kommenden zehn Jahren 5 Mrd. Euro in seine spanische Konzerntochter zu investieren. Das Geld steckt der Autobauer vor allem in neue Modelle. So soll der aktuelle Toledo durch eine sportliche Limousine ersetzt werden. Im Werk Martorell soll bereits 2008 die neue Version des erfolgreichen Kleinwagens Ibiza vom Band laufen. Außerdem soll eine Allrad-Version des Minivans Altea auf den Markt kommen.

Die VW-Entscheidung über den Sanierungsplan sei ein Vertrauensvotum für die Marke Seat, hatte Seat-Chef Erich Schmitt vor einigen Wochen betont. Vor einigen Jahren hatte eine Modelloffensive der VW-Tochter nur mäßiges Echo der Kunden gefunden. Wegen sinkender Umsätze, Streiks und Investitionen kam es zu den Verlusten. Die Situation war so dramatisch, dass Spekulationen aufkamen, VW wolle Seat an einen chinesischen Autobauer verkaufen.

Der Stellenabbau bei Seat ist der zweite in weniger als zwei Jahren. Ende 2005 waren bereits knapp 700 Jobs gestrichen worden. Seat besitzt fünf Werke in Spanien.

Das Unternehmen hatte bereits vor kurzem angekündigt, es biete Mitarbeitern von 58 Jahren und mehr Vorruhestandsregelungen an. Damit verbunden seien Abfindungszahlungen von bis zu 140 000 Euro und andere Vergünstigungen.

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