Medienbericht
BDI-Präsident kritisiert Regierungspolitik

Unternehmer hätten mehr von der schwarz-gelben Regierung erwartet, sagt BDI-Chef Hans-Peter Keitel laut Medienbericht. Er moniert die fehlende Steuerstrukturreform und vieles mehr. Er sieht aber auch Positives.
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Berlin Vor dem Treffen der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft mit Kanzlerin Angela Merkel hat sich BDI-Chef Hans-Peter Keitel enttäuscht über die schwarz-gelbe Regierungspolitik gezeigt. Auch im dritten Jahr der schwarz-gelben Koalition lägen „im Prinzip die alten Probleme alle noch auf dem Tisch“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir Unternehmer haben uns mehr von dieser Regierung erwartet.“

Die radikalste Wirtschaftsreform der vergangenen Jahre, die Agenda 2010, habe Rot-Grün bewerkstelligt. Keitel monierte das Fehlen einer Steuerstrukturreform, die unzureichende Haushaltskonsolidierung und die verpasste Chance auf eine Reform der Sozialsysteme. Kritisch äußerte sich Keitel auch zum Management der Energiewende: „So, wie die Energiewende angelegt ist, ist die Gefahr groß, dass sie scheitert.“

Positiv bewertete er hingegen die Rolle Merkels in den Verhandlungen um die Euro-Rettung. Die Regierung habe hier unglaublich viel geleistet. „Der Respekt, den Angela Merkel im Ausland erhält, ist verdient.“ Enttäuscht äußerte sich Keitel zum Zustand der FDP: „Deren Lage tut mir wirklich weh.“ Bundeskanzlerin Merkel will sich an diesem Freitag in München mit den Präsidenten der Spitzenverbände der deutschen Industrie treffen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kann mich Weltenbummlerin nur noch anschließen.
    Danke

  • Dass wir Unternehmer haben, die von Volkswirtschaft nichts verstehen und wirtschaftliches Handeln nur durch die mikroökonomische Brille betrachten, ist ja schon schlimm genug. Dass Herr Keitel, als BDI-Chef das auch noch öffentlich mit seinem Statement in der FAZ unter Beweis stellt, ist erschreckend. Schon die Unterstützung der Austeritätsprogramme durch die Wirtschaftsverbände hat gezeigt, dass diese gar nicht in der Lage sind, zu erkennen, dass sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Mit seiner Behauptung: "Wachstum kann nur in den Unternehmen entstehen" liefert Herr Keitel den Nachweis dafür, dass er einer völligen unzureichenden Markttheorie, das Wort redet. Denn Wachstum entsteht nur, wenn sich einer verschuldet/Investiert. Das tun die Unternehmen in Deutschland nicht. Sie haben es fertig gebracht eine Sparquote von 2% zu erreichen. Die Unternehmen stinken vor Geld und predigen in Gestalt ihres BDI-Chefs Maßhalten. Glaubt Herr Keitel wirklich, wenn alle sparen (Regierung, Private, Unternehmen, Ausland), dann entstünde Wachstum in den Unternehmen. Wo lebt dieser Mensch? Das ist ein albernes Münchhausen-Prinzip und nicht fundierte Kenntnis der volkswirtschaftlichen Lehre. Da kann man nur den Kopf schütteln über soviel Mangel an Sachverstand.

  • @Weltenbummlerin

    BINGO- Sie haben es auf den Punkt gebracht!
    DANKE

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