Medienbericht
Chrysler-Börsengang rückt näher

Der Autohersteller Chrysler steht kurz vor einem Börsengang. Die dafür nötigen Unterlagen will der Konzern noch in dieser Woche einreichen. Der Plan könnte jedoch einen Milliarden-Deal verhindern.
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MailandFiat-Chef Sergio Marchionne gibt beim Börsengang der US-Tochter Chrysler Gas. Noch in dieser Woche könnte der Antrag bei den zuständigen Behörden eingereicht werden, sagte er der „Financial Times“ vom Montag. Der schnelle Weg an die Börse ist dabei für Marchionne vor allem Mittel zum Zweck im Übernahmepoker um noch nicht zu Fiat gehörende Chrysler-Anteile. Denn der italienische Konzern streitet sich mit dem gewerkschaftsnahen Pensionsfonds Veba - dem verkaufswilligen Minderheitsaktionär - um den Wert seiner Chrysler-Anteile.

Der Konzernumbau wird nach Marchionnes eigenen Worten durch einen Börsengang verzögert. Der Manager betonte aber zugleich: „Wir müssen diesen Weg gehen, um den Wert des Unternehmens zu bestimmen“. Veba habe deutlich gemacht, nicht langfristig an seinen Chrysler-Anteilen festhalten zu wollen. Vielmehr wolle Veba seine Beteiligung versilbern. „Wir müssen also einen Weg finden, der keine nach meiner Einschätzung außergewöhnlichen und hohen Erwartungen an den Wert aufkommen lässt.“ Marchionne hält die Preisvorstellungen des Fonds für überzogen.

Fiat war 2009 nach der Insolvenz von Chrysler bei dem Detroiter Traditionsunternehmen eingestiegen und hatte seine Beteiligung anschließend auf mittlerweile 58,5 Prozent aufgestockt. Veba hält die restlichen 41,5 Prozent. Durch die Übernahme von Veba-Anteilen will Marchionne Fiat und Chrysler ganz fusionieren und so den siebtgrößten Autohersteller der Welt schmieden.

Doch im Poker um einen angemessenen Preis sah Marchionne in der vergangenen Woche keine Chance auf eine Einigung. Zahlt Fiat nicht den geforderten Betrag, der nach Insider-Informationen bei mehr als fünf Milliarden Dollar liegen dürfte, will Veba einen Teil der eigenen Beteiligung an die Börse bringen.

Am Mailänder Aktienmarkt sorgte das Gezerre für Unmut unter Fiat-Anlegern. Die Verzögerung der geplanten Fusion lastete auf dem Fiat-Kurs, der am Montag bis zu 1,4 Prozent nachgab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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