Medienbericht
Porsche bietet US-Klägern Vergleich an

Porsche kämpft weiter mit mehreren Klagen auf Schadensersatz wegen der gescheiterten Übernahme von VW. Obwohl sich der Autobauer keiner Schuld bewusst ist, hat er in den USA offenbar einen Vergleich angeboten.
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FrankfurtPorsche ist einem Magazinbericht zufolge im Rechtsstreit mit US-Investoren zu Zugeständnissen bereit. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller habe mehreren Fonds eine Abfindung in niedriger dreistelliger Millionenhöhe angeboten, berichtete das „manager magazin“ am Donnerstag vorab unter Berufung auf Konzernkreise.

Bedingung für das Angebot sei aber, dass die Investoren ihre in New York gegen Porsche gerichteten Schadenersatzklagen fallenlassen und auf mögliche neue Forderungen verzichten. Dem Bericht zufolge lehnen die Fonds, die vor Gericht einen Schaden von mindestens einer Milliarde Dollar geltend machen, die von der Kanzlei Sullivan & Cromwell übermittelte Offerte als zu niedrig ab. Ein Porsche-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Laufende Verfahren kommentiere das Unternehmen nicht, sagte er.

Nach dem mit heftigen Kursschwankungen verbundenen Übernahmeversuch von Volkswagen ist Porsche in Deutschland und den USA schon von einer Reihe von Investoren verklagt worden. In einem Fall hat ein US-Gericht zugunsten von Porsche entschieden, andere Fälle sind noch offen.

Porsche hatte vor drei Jahren mit riskanten Finanztransaktionen versucht, den viel größeren Wolfsburger Autobauer unter seine Kontrolle zu bringen. Dabei verspekulierte sich die Konzernspitze um den damaligen Vorstandschef Wendelin Wiedeking jedoch, Porsche drohte unter der Schuldenlast zusammenzubrechen - und Volkswagen konnte den Spieß umdrehen. Seither besitzt Volkswagen die Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche, die Stuttgarter halten nach wie vor die Hälfte der VW-Stimmrechte.

Die Kläger werfen Porsche vor, sie im Übernahmekampf mit über die wahren Absichten getäuscht zu haben. VW und Porsche bestreiten die Vorwürfe. Wegen der juristischen Risiken hatten Porsche und Volkswagen ihre ursprünglich bis Ende 2011 geplante Fusion verschoben.

Das Landgericht Braunschweig hatte Anfang Januar bestätigt, dass sich die Schadenersatzforderungen gegen VW und Porsche wegen angeblicher Manipulation des Kapitalmarktes auf 1,8 Milliarden Euro erhöht hätten. Bereits Ende Dezember hatte eine Gruppe von Investmentfonds die Porsche Automobil Holding vor dem Landgericht Stuttgart auf Schadenersatz in Höhe von zwei Milliarden Euro verklagt. Damit belaufen sich die Forderungen gegen die miteinander verbundenen Autobauer auf mehr als vier Milliarden Euro. Auf Güteanträge ging Porsche bisher nicht ein, die Holding weist die auch von den US-Klägern erhobenen Vorwürfe der Kursmanipulation und der falschen Kapitalmarktinformation zurück.

Wie das „manager magazin“ weiter berichtete, gingen von den US-Investoren auch Güteanträge an VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und das Oberhaupt der Porsche-Familie, Wolfgang Porsche. Die Fonds halten diese für mitverantwortlich an den erlittenen Börsenverlusten. Ein VW-Sprecher sagte dazu, er habe keine Kenntnis über weitere Güteanträge gegen Organmitglieder.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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