Medikamenten-Zulassung
Rückschlag für Bayer in USA schockt die Börse

Dämpfer für Bayer. Bei der Zulassung des Medikaments Xarelto, eines der größten Hoffnungsträger des Pharmakonzerns, sind Fragen aufgetaucht. An der Börse erhält Bayer prompt die Quittung.
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Diese Meldung dürfte in Leverkusen mehr als nur für lange Gesichter gesorgt haben. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat zusätzliche Informationen zum Zulassungsantrag für den Gerinnungshemmer Xarelto eingefordert. Das Medikament ist einer der großen Hoffnungsträger des Bayer-Konzerns und gilt bei Experten als möglicher kommender Blockbuster. Bayer entwickelt das Medikament gemeinsam mit seinem US-Partner Johnson & Johnson.

Am Donnerstag wird bei der US-Behörde ein unabhängiges Expertengremium zusammentreten, um über den Zulassungsantrag für das Medikament zu beraten. Auf Grundlage der Empfehlung dieses Gremiums entscheidet die FDA dann im November über die Zulassung. In ihrer Mitteilung wies die FDA daraufhin, dass das Blutungsrisiko bei Xarelto ein wichtiges Sicherheitsthema sei und Xarelto im Vergleich zum Konkurrenzprodukt Warfarin keine Vorteile habe.

Die jetzt angemeldeten zusätzlichen Fragen der FDA dürften die Zulassung für eine breitere Anwendung weiter verzögern, heißt es bei Analysten. Konsequenz: Xarelto drückte die Bayer-Aktie in den Keller. Die Papiere gaben zeitweise mehr als 12 Prozent nach und rutschen gar ans Dax-Ende. Die Bayer-Aktien sackten damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2009.

Bayer versucht sich davon nicht beirren zu lassen, gibt sich weiter zuversichtlich und verweist auf die klinische Studie Rocket AF. Diese belege, dass Xarelto ein besseres Nutzen-Risiko-Verhältnis als Warfarin etwa bei der Verringerung von Schlaganfällen habe. "Wir freuen uns auf eine offene und produktive Diskussion mit den FDA-Beratern und vertrauen auf die Ergebnisse der ROCKET AF-Studie", sagte Kemal Malik, Leiter der Globalen Entwicklung und Mitglied im Bayer HealthCare Executive Committee in einer Stellungnahme des Unternehmens.

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"Zeit ist Geld, deswegen ist jede Verzögerung für Bayer teuer"

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