Megha Mittal
Escada-Übernahme ist amtlich

Der Luxusmodekonzern Escada hat dreieinhalb Monate nach dem Insolvenzantrag einen neuen Besitzer. Die Kerngesellschaft sei in dieser Woche rechtsverbindlich an die indische Milliardärsfamilie Mittal übergegangen. Damit kann einen neue Zukunft starten.
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HB MÜNCHEN. Megha Mittal, die Schwiegertochter des Stahlindustriellen Lakshmi Mittal, habe den Kaufpreis an den Insolvenzverwalter Christian Gerloff überwiesen. Die Mittal-Familie, eine der reichsten Dynastien der Welt, ist damit zu 100 Prozent Eigentümerin der neu geschaffenen Escada GmbH. Zur Höhe des Preises äußerte sich der Sprecher nicht.

In die Escada GmbH wurde das operative Geschäft der insolventen Escada AG mit rund 400 Arbeitsplätzen übertragen. Damit bleiben rund 90 Prozent der Arbeitsplätze erhalten. Etwa 40 Mitarbeiter erhielten die Kündigung. „Eine Übernahmequote von 90 Prozent ist für ein Insolvenzverfahren außergewöhnlich hoch“, sagte der Sprecher. Auch im gesamten Escada-Konzern mit rund 2000 Beschäftigten werde die Quote ähnlich hoch ausfallen. „Damit hat Escada die Insolvenzphase ohne größere Blessuren überstanden.“

Der Verkauf von Escada an Megha Mittal hatte vor einem Monat für große Erleichterung in der Belegschaft gesorgt, die ehemalige Bankerin von Goldman Sachs wurde mit Jubel empfangen. Allerdings wird sie nach der Übernahme nicht nach Deutschland ziehen, sondern die Leitung des Unternehmens im wesentlichen der Geschäftsführung vor Ort überlassen.

An der Spitze des Unternehmens bleibt der frühere Hugo Boss-Chef Bruno Sälzer. Er muss nun unter der neuen Besitzerin die Wende bei Escada schaffen und vor allem mehr Käuferinnen für die Kollektionen gewinnen. Das war dem Konzern in den vergangenen Jahren nicht gelungen. Selbst frühere Stammkundinnen wandten sich ab, weil ihnen die Kleider nicht mehr gefielen. Zuletzt häufte Escada einen Verlust von 70 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2007/08 an (31. Oktober). Auch Sälzer, der Mitte 2008 als Sanierer bei Escada angetreten war, konnte das Ruder nicht schnell herumreißen. Nachdem im Sommer ein finanzieller Notplan scheiterte, musste das Unternehmen Mitte August Insolvenzantrag stellen.

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