Mehr Übernahmen im Inland
Finanzinvestoren schlagen zu

Deutschland ist ein attraktives Land, zumindest für internationale Finanzinvestoren. Im ersten Halbjahr haben sie hier mehr investiert als jemals zuvor. Das besagt eine Studie des Prüf- und Beratungsunternehmens Ernst & Young. Eine Ende des Kaufrauschs ist nicht abzusehen; vor allem einen Sektor haben die Private-Equity-Firmen im Visier.

HB FRANKFURT. Die Zahl der Transaktionen stieg um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 106. Der Wert der Private-Equity-Investitionen erhöhte sich um 17 Prozent auf 20,8 Mrd. Euro. Insgesamt wurden 11 Megadeals im Volumen von jeweils mehr als 500 Mill. Euro verzeichnet. Die größte Transaktion war der Verkauf der Immobilien von Karstadt--Quelle an Whitehall für 4,5 Mrd. Euro.

Nach Einschätzung von Ernst & Young wird der Boom auf dem Private Equity Markt auch in Zukunft anhalten. Private Equity sei inzwischen eine etablierte Finanzierungsform in Deutschland. „Nicht nur Konzerne, sondern zunehmend auch mittelständische Unternehmen sehen den Verkauf an Finanzinvestoren als selbstverständliche strategische Option an“, erklärte Joachim Spill von Ernst & Young. Ein Grund für den Boom sei, dass die Auflösung der „Deutschland AG“ weiter voran schreite. Konzerne verkauften Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, an Investoren.

Ernst & Young erwartet in den kommenden Monaten daher weitere sehr großen Transaktionen. „Die großen internationalen Private Equity-Häuser haben Deutschland als einen der weltweit aktivsten und attraktivsten Märkte identifiziert und konzentrieren sich zunehmend auf sehr große Transaktionen, um die ein intensiver Wettbewerb entbrennt“, heißt es.

Vor allem der Immobiliensektor sei nach wie vor für Finanzinvestoren interessant. Allein im ersten Halbjahr 2006 wurden den Angaben zufolge 7 Transaktionen mit einem Wert von 7,7 Mrd. Euro abgewickelt. Ein Ende des Booms sei nicht in Sicht. Aus Sicht der Städte und Gemeinden sei der Verkauf von kommunalen Wohnungen oft ein interessanter Weg, Schulden abzubauen. Aber auch große Konzerne wie die Dresdner Bank oder KarstadtQuelle trennten sich kürzlich von Immobilienbeständen.

Angesichts steigender Zinsen und eines insgesamt relativ hohen Preisniveaus erhöhe sich allerdings der Druck auf die Investoren, die Entwicklung ihrer Unternehmen aktiv mitzugestalten. Es reiche nicht mehr, sich nur an einem Unternehmen zu beteiligen und nach einigen Jahren wieder auszusteigen. Zukünftig würden sich die Investoren stärker um das Management der Unternehmen kümmern müssen, wenn sie eine attraktive Rendite erzielen wollten, sagte Ernst & Young voraus.

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