Menatep warnt alle Bieter vor einer Teilnahme an der Zwangsversteigerung der größten Ölfördertochter
Yukos-Mehrheitsaktionär droht mit Klage

Der Mehrheitsaktionär des russischen Ölkonzerns Yukos, die Menatep-Gruppe, droht potenziellen Käufern der wichtigsten Ölfördertochter mit Klagen. Damit will Menatep eine erfolgreiche Auktion der Yukos-Gesellschaft Yuganskneftegaz verhindern.

mbr/HB MOSKAU. Die Drohung richtet sich auch gegen ein Bankenkonsortium aus sechs internationalen Banken. Sie wollen der russischen Gazprom, dem aussichtsreichsten Interessenten, mit einem zehn Mrd. Euro schweren Kredit die Übernahme finanzieren. Darunter sind die Deutsche Bank, die Allianz-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), ABN Amro, JP Morgan, BNP Paribas und Caylon.

Entsprechende Warnungen veröffentlichte Menatep am Montag in ganzseitigen Anzeigen in internationalen Wirtschaftszeitungen wie dem Handelsblatt. Die Gruppe vertritt die Interessen des in Moskau inhaftierten Yukos-Gründers Michail Chodorkowskij und eines halben Dutzend weiterer früherer Yukos- Topmanager.

Yukos steht wegen milliardenschwerer Steuernachforderungen des russischen Staates vor dem Bankrott. Um einen Teil der Summe einzutreiben, will der russische Staat am Sonntag die größte Fördertochter des Ölkonzerns, Yuganskneftegaz, versteigern. Die Yukos-Gesellschafter halten dies für unrechtmäßig und sehen dadurch den Fortbestand des gesamten Unternehmens gefährdet.

Der Direktor von Menatep, Tim Osborne, drohte, jeden, der „bei dieser Enteignung mitwirkt“, so zu behandeln wie den Käufer: „Wir können nicht einfach dasitzen und tatenlos zuschauen, wie der Kernbestandteil unseres Unternehmens enteignet wird.“ Auch Chodorkowskijs kanadischer Anwalt Robert Amsterdam sagte: „Die Banken ermöglichen eine illegale Enteignung. Wem immer sie Kredite gewähren, der Käufer wird niemals einen legalen Titel für die Vermögenswerte bekommen.“

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