Mercedes und Nissan
Welt-AG auf leisen Sohlen

Auch ein kleiner Wagen kann Vorbote einer großen Entscheidung sein. Mit der gemeinsamen Produktion eines Premium-Kompaktwagens läuten Daimler und Renault-Nissan die nächste Phase ihrer Kooperation ein.
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StuttgartDieter Zetsche weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein großer Plan zerfällt. Vor rund zehn Jahren, als die „Welt-AG“ seines Vorgängers Jürgen Schrempp in die Brüche ging, leitete der heutige Daimler-Chef die Geschicke der damals defizitären US-Tochter Chrysler. Als dann noch der japanische Partner Mitsubishi in die Krise geriet, löste sich auch die Allianz auf. Zetsche kam zurück ins Schwabenland.

Als Daimler-Chef wagt Zetsche nun einen neuen Anlauf für eine globale Kooperation – doch er geht dabei deutlich vorsichtiger vor als sein Vorgänger. In Aguascalientes, rund 500 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt, wollen Daimler und Nissan-Renault nun ein gemeinsames Werk bauen. Eine Milliarde Euro nehmen die Partner dafür in die Hand. Eine neue Gesellschaft, ein paritätisches Joint Venture der beiden Konzerne, soll das Werk bauen und betreiben.

Ab 2017 soll hier ein Premium-Kompaktmodell mit dem Logo der Nissan-Nobelmarke Infiniti vom Band laufen – aus Branchenkreisen heißt es, dass es sich um einen kleinen Geländewagen handelt, der mit Bauteilen des kompakten Daimler-SUV GLA ausgerüstet werden soll.

Ein Jahr später sollen dann Kompaktmodelle mit dem Mercedes-Stern folgen, wie die A-Klasse und ihre Ableger wie der CLA. Auch wenn die Unternehmen bei Forschung, Konzeption und Entwicklung eng zusammenarbeiten, sollen die Produkte äußerlich klar zu unterscheiden sein, betonen die Unternehmen.

Nissan produziert bereits seit 1992 Fahrzeuge in Aguascalientes, und das Werk wurde erst im letzten Jahr erheblich vergrößert – auf eine Kapazität von rund 175.000 Fahrzeugen im Jahr. Daneben soll nun ein Werk entstehen, ein erste „In Aguascalientes werden wir unsere erfolgreiche Partnerschaft auf die nächste Ebene bringen“, erklärt Zetsche. Bis 2021 sollen so 5.700 Arbeitsplätze geschaffen werden, die jährliche Kapazität soll um zusätzliche 300.000 Fahrzeuge erweitert werden.

Für Daimler eröffnet das neue Werk Spielräume bei der Expansion in Nordamerika. Erstmals konnten die Schwaben im Jahr 2013 wieder mehr Autos in den USA verkaufen als BMW. Weil die Kapazitäten im Werk im US-Werk Tuscaloosa aber mit der Produktion der M-Klasse und C-Klasse voll ausgelastet sind, ist die Gemeinschaftsproduktion ein kluger strategischer Schritt.

Vor allem, weil Daimler durch die Kooperation auf die nötigen Stückzahlen kommt, um auch im Kompaktsegment profitabel zu arbeiten. Darüber hinaus kommt Zetsche damit dem erklärten Ziel näher, die Auslandsproduktion bis 2020 auf 50 Prozent zu steigern. Bisher werden noch zwei von drei verkauften Mercedes-Fahrzeugen in Deutschland gefertigt. Neben Daimler produzieren auch VW und BMW

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Klein begonnen, groß gewachsen

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