Merck
Flüssigkristallgeschäft bremst den Gewinn

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck bestätigt mit seinen Zahlen die Schätzungen der Analysten. Allerdings litt der Betriebsgewinn des Konzerns unter dem schwächelndem Flüssigkristallgeschäft.
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FrankfurtEin schwächeres Flüssigkristallgeschäft und gestiegene Kosten in der Arzneimittelsparte haben Merck im zweiten Quartal gebremst. Dem Darmstädter Traditionskonzern macht seit einiger Zeit die Konkurrenz aus China bei Flüssigkristallen zu schaffen, weswegen das Unternehmen Marktanteile verliert. Dazu drückten im zweiten Jahresviertel Investitionen für neue Medikamente auf das operative Ergebnis, wie Merck am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) sank binnen Jahresfrist um 5,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Dies war von Analysten auch so erwartet worden.

„Wir haben die Weichen für zukünftiges Wachstum gestellt“, erklärte Vorstandschef Stefan Oschmann. Merck habe durch die Konzentration auf neue Arzneimittel Fortschritte erzielt. Dem stehe aber eine Normalisierung der Marktanteile im Flüssigkristallgeschäft gegenüber.

Oschmann bestätigte dennoch das Jahresgewinnziel. Für 2017 wird ein bereinigter Betriebsgewinn zwischen 4,4 und 4,6 Milliarden Euro angepeilt nach 4,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Wegen geänderter Wechselkursannahmen schraubte Oschmann jedoch die Umsatzprognose etwas zurück: Nunmehr wird ein leichter bis moderater organischer Umsatzanstieg auf 15,3 bis 15,7 Milliarden Euro erwartet. Bisher waren 15,5 bis 16,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden.

Im Zeitraum April bis Juni setzte Merck 3,9 Milliarden Euro um – ein Plus von 2,3 Prozent. Der Konzerngewinn schnellte um 35,1 Prozent auf 421 Millionen Euro in die Höhe. Allerdings hatte Merck im Vorjahreszeitraum Aufwendungen für ein Vergütungsprogramm verbucht.

Hinter dem leichten Umsatzanstieg im Quartal stehen die Life-Science-Sparte, die Produkte für die Pharmaforschung anbietet, sowie der Arzneimittelbereich Healthcare. Im Medikamentengeschäft liegen die Hoffnungen aktuell vor allem auf dem Krebsimmun-Medikament Bavencio. Es erhielt bereits erste Zulassungen in den USA. Dem standen allerdings höhere Forschungskosten und Aufwendungen für die Markteinführung von Präparaten gegenüber.

Sorgenkind war im zweiten Quartal der Spezialchemiebereich Performance Materials, zu dem auch das Geschäft mit Flüssigkristallen gehört. Wegen des Trends zu immer größeren Bildschirmen und steigenden Smartphone- und Tablet-Zahlen war das Flüssigkristallgeschäft lange Zeit der Hauptgewinnbringer gewesen. Merck ist zwar immer noch Weltmarktführer in dem Geschäft doch die Boom-Zeiten sind vorbei. Der bereinigte Betriebsgewinn der Spezialchemiesparte sank um 12,5 Prozent auf 239 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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