Metall- und Elektroindustrie
Metaller haben den Durchbruch geschafft

Der Streik ist abgewendet: Arbeitgeber und Gewerkschaft haben den Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie gelöst. Demnach sollen die Beschäftigten in zwei Stufen 4,2 Prozent mehr Geld bekommen. Eine gemeinsame Pressekonferenz der Tarifparteien ist bereits angesetzt.

HB SINDELFINGEN. Offiziell ist es noch nicht, aber Verhandlungsteilnehmer bestätigen: Der Durchbruch im Tarifkonflikt ist da. Angeblich sollen sich Gwerkschaft und Arbeitgeber darauf geeinigt haben, dass die Beschäftigten vom 1. Februar 2009 an 2,1 Prozent mehr Geld bekommen. Bereits zwei Monate später erfolgt eine weitere Erhöhung um erneut 2,1 Prozent. Außerdem soll es für die Monate November 2008 bis Januar 2009 eine Einmalzahlung von 510 Euro geben.

Bislang befand sich die entscheidende Tarifrunde in der deutschen Metall- und Elektroindustrie in einer kritischen Phase. Die Gespräche zogen sich über gut 20 Stunden hin und gestalteten sich schwierig, wie ein Sprecher der IG Metall in Sindelfingen bei Stuttgart sagte. Aus Verhandlungskreisen hieß es lange, dass sich noch keine zügige Lösung abzeichne. „Wenn es bricht, dann schnell“, hieß es. Falls es eine Einigung gebe, werde diese noch mehrere Stunden dauern

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Zuvor hatte das Arbeitgeberlager Zuversicht verbreitet, dass der erste Streik der Schlüsselbranche seit sechs Jahren in letzter Minute abgewendet werden könne. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen sollte ein möglicher Abschluss eine zweistufige Einkommenserhöhung, eine Einmalzahlung und eine längere Laufzeit als die von der Gewerkschaft zunächst geforderten 12 Monate umfassen. Außerdem sollten die Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen einzelne Teile des künftigen Tarifvertrages flexibel gestalten dürfen.

Ursprünglich hatte die IG Metall acht Prozent mehr Entgelt für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche verlangt - das ist die höchste Forderung seit 16 Jahren. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall hatte 2,1 Prozent mehr Lohn und Gehalt für 2009 plus Einmalzahlungen angeboten. Zu Beginn des Treffens am Dienstagnachmittag hatten sich Hofmann und Roell sehr skeptisch geäußert und die Wahrscheinlichkeit für einen Durchbruch unter 50 Prozent taxiert.

Würden die Bemühungen um eine Lösung doch noch scheitern, könnte ein Streik bereits am 17. November beginnen. Der Ausgang der Verhandlungen soll am Mittwoch von den Großen Tarifkommissionen in allen sieben IG-Metall-Bezirken besprochen und bewertet werden. Sie können beim IG Metall-Vorstand beantragen, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und eine Urabstimmung über einen Streik einzuleiten.

Die Verhandlungsdelegationen hatten während der Gespräche zwar immer wieder Kontakt, berieten sich aber ausgiebig in ihren eigenen Gremien. Zur Unterstützung hatte die IG Metall ihren Vorsitzenden Berthold Huber zur Seite. Südwestmetall ließ sich von Gesamtmetall- Präsident Martin Kannegiesser beraten.

Die Metall- und Elektroindustrie ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Nach Angaben des Verbands Gesamtmetall erwirtschafteten die knapp 23 000 Betriebe 2007 einen Umsatz von zusammen 947 Milliarden Euro

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