Metallbranche
Staatsanwaltschaft prüft Schumag-Connection

Der Metallverarbeiter Schumag hat einiges hinter sich. Seit Monaten ist unklar, wem das Traditionsunternehmen gehört - zwei verfeindete Investoren bekämpfen sich mit allen Mitteln. Nun gibt es einen neuen Aufsichtsrat - und kurze Zeit später wurde dessen Sohn in den Vorstand berufen. Ausgerechnet an eine Firma der beiden fließen plötzlich aus der Schumag-Kasse Millionen.

AACHEN. Dem seit Monaten mit Skandalen kämpfenden traditionsreichen Aachener Metallverarbeiter Schumag droht die Ausplünderung durch seinen eigenen Aufsichtsrat. Für viele Schumag-Manager völlig überraschend hat das Kontrollgremium ein Vorstandsmitglied ermächtigt, ohne Absprache Geschäfte zu tätigen.

Demnach hat sich der erst vor wenigen Wochen berufene Vorstand Nicolaus Heinen eine Alleinvertretungsberechtigung erhalten. Dies bestätigte Aufsichtsratschef Hans Ohlinger dem Handelsblatt.

Niclaus Heinen ist 38 Jahre alt und Sohn von Heinz-Peter Heinen, der selbst erst seit Mai im Aufsichtsrat der Schumag AG sitzt. Der Vorstandsvorsitzende Rainer Kiechl hat damit faktisch die Kontrolle über die Firmenkonten verloren. Kiechl wollte sich auf Anfrage hierzu nicht äußern.

Dafür hat sich nun die Staatsanwaltschaft Aachen eingeschaltet. Ihr liegt ein anonymes Schreiben vor, in dem ein offensichtlicher Firmeninsider "den Verdacht der Untreue und des Betrugs durch Teile des Aufsichtsrats und durch Teile des Vorstands der Schumag AG" erhebt. Der neue Vorstand Nicolaus Heinen sei dabei, Gelder in Millionenhöhe ohne entsprechende Gegenleistung an eine Firma zu leiten, an der sein Vater und ein zweiter Aufsichtsrat, Peter Koschel , beteiligt sind.

Heinens Vorstandskollege, Heiner Kudrus, hatte sich offenbar geweigert, hierfür seine Unterschrift zu leisten. Kudrus wurde nur zwölf Tage nach Heinens Amtsantritt ohne Begründung aus dem Vorstand abberufen. Der Maschinenbauexperte war seit 2003 bei der Schumag tätig und hat keine geschäftlichen oder familiären Beziehungen zu Aufsichtsräten des Unternehmens.

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