Metro konkretisiert Pläne
Praktiker-Börsengang noch nicht sicher

Schon in dreieinhalb Wochen könnten die „Praktiker“-Baumärkte des Metro-Konzerns an die Börse gebracht werden, der Handelsriese verhandelt parallel aber immer noch mit einem Finanzinvestor. Analysten glauben eher an einen Verkauf als an den Börsengang.

HB DÜSSELDORF/LONDON. Der Handelskonzern wolle die Sparte nicht vollständig an die Börse bringen, sondern die verlustreiche Landesgesellschaft in Österreich behalten, teilte Praktiker am Dienstag in Kirkel im Saarland mit. In Londoner Finanzkreisen hieß es, Metro wolle auch die Immobilien behalten. Bei einer Entscheidung für einen Börsengang sei der 18. November als erster Handelstag vorgesehen. Die Preisspanne für die Aktien solle am 7. November verkündet werden. Metro würde im Zuge dessen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von rund 150 Mill. €. Die Größe der gesamten Emission sei noch nicht endgültig festgelegt.

Medienberichten zufolge will Metro eigene Praktiker-Aktien im Wert von rund 700 Mill. € anbieten, womit das gesamte Emissionsvolumen 850 Mill. € betragen würde. Praktiker wäre damit insgesamt mit rund 1,1 Mrd. € bewertet. Die Papiere sollen einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge in Deutschland vor allem institutionellen Investoren angeboten werden. Sollten die Aktien auf größeres Interesse stoßen, sei eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 15 % vorgesehen. Eigentlich will Metro nur 75 % von Praktiker verkaufen.

Metro veröffentlichte für Praktiker zugleich Finanzzahlen für die Baumarktkette auf Basis der Struktur, die Praktiker außerhalb des Konzerns hätte. Danach stieg der operative Gewinn der Praktiker AG in den ersten neun Monaten um 41 % auf 82 Mill. € und der Umsatz um 2,4 % auf 2,32 Mrd. €. Mit der Veröffentlichung der entkonsolidierten Zahlen sei noch keine Entscheidung für eine der Optionen gefallen, betonte Metro erneut. Ein Verkauf oder Verbleib im Konzern sei weiterhin möglich. Metro verhandelt Finanzkreisen zufolge exklusiv mit dem Finanzinvestor Permira über einen Verkauf. Andere Investoren sind wegen zu unterschiedlicher Preisvorstellungen abgesprungen.

Eine Weichenstellung für Praktiker ist am Donnerstag zu erwarten. Am Vormittag soll der Metro-Aufsichtsrat in Düsseldorf zusammenkommen und eine Präferenz für eine der Optionen aussprechen.

Analysten äußerten sich skeptisch über die Chancen eines Börsengangs. „Ich erwarte nicht, dass die Kapitalmärkte einen Börsengang von Praktiker, wie er bislang geplant ist, feiern werden. Denn Metro würde ja weiter 25 % an Praktiker halten, und außerdem bliebe die schwächste Landesorganisation, Praktiker Austria, bei der Holding“, sagte Christian Bruns von der Privatbank Sal. Oppenheim.

Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) würde einen Verkauf von Praktiker bevorzugen. „Das wäre die klarere Lösung“, sagte sie. Die Einnahmen daraus könne Metro in den Schuldenabbau und in die internationale Expansion seiner Cash&Carry- und Elektronikmärkte stecken. Eine Bewertung von Praktiker von 1,1 Mrd. € sei „sehr ambitioniert“. Ein Analyst sagte: „Eine Platzierung wäre nur eine Notlösung und sicher keine tolle Börsenstory.“

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