MGA zieht in Aufsichtsrat ein
Zapf schreibt weniger Verlust

Der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation hat im ersten Halbjahr weniger Verlust eingefahren. Das wird die Aktionäre freuen, die sich in der kommenden Woche zur Hauptversammlung treffen. Dort wird ihnen dann auch der neue Aufsichtsrat präsentiert. Großaktionär MGA zieht ein.

HB/jojo MÜNCHEN. Der operative Verlust (Ebit) sei um 25,3 Prozent auf 7,2 Mill. Euro reduziert worden, teilte Zapf Creation am Freitag mit. In der Summe seien die Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens sowie für die Beratung in Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahmeangebot des japanischen Spieleherstellers Namco Bandai enthalten. unter anderem Kosten für die Restrukturierung des Unternehmens enthalten. Unter dem Strich belief sich das Minus auf 10,9 Mill. Euro nach 11,6 Mill. Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz sei um 11,2 Prozent auf 35 Mill. Euro zurückgegangen.

Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Zapf. Demnach rechnet das Unternehmen aus Rödental bei Coburg mit einem prozentual zweistelligen Umsatzrückgang und einem zumindest fast ausgeglichenen operativem Ergebnis. Der Jahresfehlbetrag werde im einstelligen Millionenbereich liegen, sagte Vorstandschef Georg Kellinghusen. „Vor uns liegt noch ein hartes Stück Arbeit, um Zapf Creation in die Profitabilität zurückzuführen“.

Grund für die Zuversicht, die Prognosen trotz der nach wie vor schwierigen Märkte in Deutschland und den USA einhalten zu können, sei die Entwicklung des Auftragsbestandes. Dieser liege Mitte August um 16 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Zudem sollten die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen in den kommenden Quartalen eine größere Wirkung zeigen.

MGA schlug Bandai aus dem Feld

Zapf war in die Krise geraten, da seine Puppen, vor allem in Deutschland und den USA schlecht verkauft wurden. Zudem belasteten Unstimmigkeiten in den Bilanzen das Unternehmen. Der potenzielle Retter Bandai war vom US-Spielwarenhersteller MGA Entertainment aus dem Feld geschlagen worden. Bandai hatte für seine geplante Zapf-Übernahme zwar die Zustimmung des Vorstands, konnte die Mehrheit des Aufsichtsrats sowie die Aktionäre aber nicht überzeugen. Offenbar hatten viele Anleger gehofft, MGA würde ein höheres Gegenangebot vorlegen. Dies geschah jedoch nicht.

Am Donnerstag hatte Europas größter Puppenproduzent mitgeteilt, dass Großaktionär MGA zwei Manager in den Aufsichtsrat schicken werde. Damit ist klar, dass der amerikanische Spielwarenhersteller direkt Einfluss auf das Geschäft von Zapf nehmen will. MGA halt knapp 20 Prozent der Aktien des im SDax notierten Unternehmens und vereinbarte inzwischen eine weit reichende Vertriebskooperation.

Nun ziehen MGA-Chef Isaac Larian und sein Marketingvorstand Ron Brawer in den Zapf-Aufsichtsrat ein. Am Dienstag müssen sie sich gleich den Aktionären auf der Hauptversammlung am Firmensitz in Rödental stellen.

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