Millionenlasten
Bilfinger Berger erzielt trotz Rückschlag Gewinn

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger hat im zweiten Quartal trotz eines Rückschlags bei einem Autobahnprojekt in Norwegen überraschend einen Gewinn erwirtschaftet. Während das Dienstleistungsgeschäft weiter brummt, drückten Millionenlasten in Norwegen das Quartalsergebnis.

dpa-afx MANNHEIM. Unter dem Strich lag der Gewinn bei fünf Mill. Euro, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft am Dienstag in Mannheim mit. Ein Jahr zuvor hatten die Mannheimer allerdings noch 34 Mill. Euro verdient. Am Finanzmarkt war die erste Reaktion positiv. Die Aktien legten vorbörslich zu. Einem Händler zufolge wurden die Erwartungen "durch die Bank" übertroffen.

Die sehr gute Entwicklung bei den Dienstleistungen verleihe dem Unternehmen weiterhin Auftrieb, hieß es in Mannheim. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sank im Berichtszeitraum nur auf 20 (Vorjahr: 62) Mill. Euro. Die befragten Experten hatten im Schnitt einen deutlicheren Rückgang auf 8,7 Mill. Euro erwartet. Die Bauleistung kletterte um 14,5 Prozent auf 2,725 Mrd. Euro. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten im Schnitt bei einer Leistung von 2,617 Mrd. Euro einen Verlust von fünf Mill. Euro erwartet. Die Ergebnisprognose für 2008 wurde bestätigt. Das Ebita dürfte rund 260 (242) Mill. Euro und der Gewinn etwa 140 (134) Mill. Euro betragen.

Die Leistung will Bilfinger Berger im laufenden Jahr auf mehr als zehn (9,222) Mrd. Euro steigern. Die Mannheimer stützen die Prognose trotz eines Rückgangs beim Auftragseingang im ersten Halbjahr auf ein dickes Auftragspolster. Der Auftragsbestand erhöhte sich um elf Prozent auf 11,292 Mrd. Euro und erreichte damit einen neuen Rekord. Der Auftragseingang sank hingegen um zehn Prozent auf 5,253 Mrd. Euro. Grund seien im Vorjahreszeitraum übernommene Großaufträge.

Der Ergebnisbelastung im Ingenieurbau stehe ein stark wachsender Ergebnisbeitrag des Dienstleistungsgeschäfts gegenüber, hieß es. Im Ingenieurbau schlug das Debakel in dem in Norwegen voll durch: Hier sackte das Ebita im ersten Halbjahr auf minus 43 (+11) Mill. Euro ab. Im Hoch- und Industriebau ergab sich hingegen wie im Vorjahr ein leichter Ebita-Gewinn von sechs Mill. Euro. Hauptergebnistreiber war erneut das Dienstleistungsgeschäft: Hier schnellte das Ebita auf 101 (71) Mill. Euro in die Höhe.

Auch für das Gesamtjahr zeigen sich die Mannheimer für diesen Geschäftszweig weiter besonders optimistisch. Die Leistung im Dienstleistungsgeschäft solle auf 4,3 (3,6) Mrd. Euro wachsen. Das Ergebnis dürfte ausgehend von einem Ebita von 180 Mill. Euro vor einem Jahr "erheblich" steigen. Im Hoch- und Industriebau sei mit einer Leistung von 2,0 (1,965) Mrd. Euro zu rechnen. Bei einem ausgeglichenen Beitrag des deutschen Hochbaus sei insgesamt eine leichte Ergebnissteigerung zu erwarten. Im Ingenieurbau sei mit einer Zunahme der Leistung auf 4,0 (3,647) Mrd. Euro zu rechnen. Wegen der Einmalbelastung reduziere sich die Ergebniserwartung aber auf 15 (58) Mill. Euro. Für die Betreiberprojekte gehen die Mannheimer 2008 von einem ausgeglichenen Ergebnis aus.

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