Mit Tempo und Wucht
Angriff aus den Schwellenländern

Aufstrebende Unternehmen aus Schwellenländern werden in rasantem Tempo die Rangordnung der führenden Weltkonzerne auf den Kopf stellen. Das prognostiziert die Unternehmenberatung Boston Consulting Group (BCG). „Schon in zehn Jahren wird die globale Unternehmenslandschaft fundamental anders aussehen“, sagt Jim Hemerling, Senior Partner von BCG. Ein bedeutender Teil der größten multinationalen Konzerne werde dann aus Entwicklungsländern stammen.

DÜSSELDORF/DELHI. In den Schwellenländern beheimatete Firmen nutzen die Globalisierung so zielstrebig, dass sie zur ernsten Bedrohung für etablierte westliche Riesen werden. Das ist das Fazit des zweiten BCG-Reports zu den „New Global Challengers“. Die gestern in Delhi vorgestellte Neuauflage filtert aus über 3 000 Angreifern die 100 aggressivsten heraus. Zwei Drittel davon stammen aus Asien.

Die Unternehmensberatung ruft einen Paradigmenwechsel aus: Nie zuvor seien angestammte Marktführer in so kurzer Zeit mit so vielen neuen Konkurrenten konfrontiert worden. „Westliche Manager reagieren geschockt“, beobachtet Jim Hemerling, Senior Partner von BCG. Die meisten unterschätzten das Tempo und die Wucht, mit denen sich Marktmacht, Innovationspotential und Ressourcenverbrauch nach Asien, Lateinamerika und Osteuropa verschieben. „Sie begreifen nicht, dass sich die Spielregeln geändert haben“, erklärt Hemerling das mangelnde Risikobewusstsein.

Dabei stehen die BCG-100 bereits heute für 1,2 Bill. Dollar Umsatz und tätigen Einkäufe im Wert von einer halben Bill. Dollar. Wachsen sie wie bisher weiter, setzen sie in drei Jahren 3,3 Bill. Dollar um – und 2015 schon zwölf Bill. Dollar.

17 Firmen verdanken ihren Aufstieg hauptsächlich dem Rohstoffreichtum ihrer Heimat. Der Rest profitiert von niedrigen Produktionskosten, Zugang zu Fachkräften und Verankerung in wachsenden Heimatmärkten. „Kostenführerschaft ist für alle der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Hemerling, „aber die meisten stärken ihre Wettbewerbskraft zudem mit anspruchsvollen Strategien.“ Dazu zählen hohe Investitionen in Forschung und Markenwert. Immer öfter greifen die BCG-100 dazu auch zu Übernahmen: Im Vorjahr schlugen sie 72 Mal im Ausland zu. Im Schnitt gaben sie fast eine Mrd. Dollar pro Zukauf aus, und der Trend beschleunigt sich: Alleine indische Firmen stärkten sich in der ersten Jahreshälfte für 28 Mrd. Dollar in Übersee. Im ganzen Vorjahr kamen nur zehn Mrd. Dollar zusammen.

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