Mitarbeiter sollen sich an Kosten der Umstrukturierung beteiligen
Bayer baut ein Viertel weniger Stellen ab als geplant

Der Leverkusener Chemie-Konzern baut 1 000 Stellen weniger ab als geplant. In diesem und im nächsten Jahr sollen nur noch 3 000 Arbeitsplätze abgebaut werden, teilte der Bayer am Montag mit. Das sieht eine Vereinbarung vor, die Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat nun verabschiedet haben.

HB LEVERKUSEN. Darin wird auch ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2007 festgeschrieben, wie Bayer am Montag mitteilte. Beschäftigungslose Mitarbeiter sollen weiter bezahlt und im Konzern projektweise eingesetzt werden. An den Kosten sollen sich die Bayer-Beschäftigten beteiligen.

Die Vereinbarung umfasst die Eckpunkte, auf die sich Vorstand und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat im Zuge der Neuaufstellung des Bayer-Konzerns bereits im vergangenen November geeinigt hatten. Der Beschäftigungspakt umfasst alle Gesellschaften der Bayer AG einschließlich der entstehenden neuen Chemiegesellschaft Lanxess. Ende 2003 lag die Zahl der Beschäftigten in den Bayer-Werken in Deutschland bei 35 600.

"Mit dem Gesamtpaket ist es uns gelungen, die Interessen unserer Beschäftigten auf Jahre hinaus abzusichern" erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erhard Gipperich. Der Konzern befindet sich derzeit in einem radikalen Umbau. Bayer-Chef Werner Wenning hatte Ende 2003 unerwartet eine strategische Wende im rund 140 Jahre alten Traditionsunternehmen eingeleitet. Der Großteil des Chemiegeschäfts sowie ein Drittel des Polymergeschäfts (Kunststoffe) werden in eine eigene Gesellschaft mit dem Namen "Lanxess" ausgegliedert und sollen bis Anfang 2005 - entweder über einen separaten Börsengang oder über eine Abspaltung an die Bayer-Aktionäre - an die Börse gebracht werden.

Ursprünglich wollte Bayer 2004 und 2005 an den deutschen Standorten 4 000 Arbeitsplätze streichen. Mit dem nun vereinbarten geringeren Stellenabbau wird nach Bayer-Angaben die Zahl der beschäftigungslosen Mitarbeiter zunehmen, die in Projektzentren oder in der Abteilung "Bedarfsgerechte Einsätze" geführt würden. Nach Wegfall ihrer Stelle erhielten die Mitarbeiter weiterhin ihr Gehalt, auch wenn sie nicht sofort weiter beschäftigt werden könnten. An den Kosten sollen sich die Beschäftigten mit bis zu zehn Prozent der variablen Jahresvergütung beteiligen. "Die Höhe des Solidarbeitrags richtet sich danach, wie viele Mitarbeiter vorübergehend beschäftigungslos den Unternehmen angehören, aber weiterhin ihr Gehalt beziehen", sagte eine Bayer-Sprecherin. Die Zahl der Ausbildungsplätze soll bei jährlich 875 gehalten werden.

Die im Deutschen Aktienindex notierte Bayer-Aktie lag am frühen Montagnachmittag im Trend mit dem Gesamtmarkt rund 0,3 Prozent im Minus bei 22,84 Euro.

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