Mitbestimmung
Porsche Holding sorgt weiter für Konfliktstoff

Der wochenlange Streit zwischen den Betriebsräten der Autobauer Porsche und VW um die Mitbestimmung in der künftigen Porsche Holding geht weiter. Auf Intervention der IG Metall trafen sich am Dienstag die Betriebsratschefs Uwe Hück (Porsche) und Bernd Osterloh (Volkswagen). Sie unterhielten sich lange.

HB FRANKFURT.­ Der Konflikt zwischen den Betriebsräten der Autobauer Porsche und VW um die Mitbestimmung in der künftigen Porsche Holding geht weiter. „Wir haben heute in drei Stunden alle Konfliktpunkte angesprochen, analysiert und schließlich verabredet, dass wir sie in weiteren Gesprächen ausräumen wollen,“ sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Dienstag in Frankfurt. Dort hatte er sich mit den Betriebsratsvorsitzenden von Volkswagen, Bernd Osterloh, und des VW-Großaktionärs Porsche, Uwe Hück, getroffen, die sich seit Wochen streiten.

Huber sprach in einer Mitteilung der Gewerkschaft von einer „konstruktiven Atmosphäre und dem ehrlichen Bemühen auf beiden Seiten, an Lösungen zu arbeiten“. Über den genauen Stand der Gespräche sowie über weitere Termine sei Stillschweigen vereinbart worden.

Grund für den Streit ist die neue Mitbestimmungsvereinbarung für die geplante neue Porsche Holding SE. VW wird eine Tochter dieser europäischen Aktiengesellschaft sein, wenn Porsche demnächst die Mehrheit in Wolfsburg übernehmen sollte, was alle nach dem Fall des VW-Gesetzes erwarten. Eine Vereinbarung über die Mitbestimmung in der neuen Struktur aber handelte das Porsche-Management um Vorstandschef Wendelin Wiedeking mit seinem Betriebsratschef Hück und IG Metall- Vertretern allein aus.

Der VW-Betriebsrat sieht sich in der Vereinbarung eindeutig benachteiligt. Er war deshalb schon vor das Arbeitsgericht in Ludwigsburg gezogen, dort aber Mitte vergangener Woche unterlegen. So sieht die Struktur des Holdingsaufsichtsrats vor, dass darin je drei Arbeitnehmervertreter von Porsche und VW sitzen. Die Stimmen der 12 000 Porsche-Mitarbeiter hätten damit genau so viel Gewicht wie die der 324 000 VW-Beschäftigten, hatte VW- Betriebsratschef Osterloh den gerichtlichen Vorstoß begründet.

An diesem Mittwoch hat der VW-Betriebsrat in allen sechs westdeutschen Werken des Wolfsburger Autobauers zu Betriebsversammlungen aufgerufen, um die Belegschaft zu informieren. Dabei werde es sowohl um das VW-Gesetz gehen, das der Europäische Gerichtshof in der vorigen Woche weitgehend gekippt hatte, als auch um die Mitbestimmung bei Porsche, teilte der Betriebsrat am Dienstag in Wolfsburg mit. Die Veranstaltungen würden jeweils eine Stunde dauern.

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