Mitsubishi Heavy
Das ist Siemens' japanischer Freund

Nichts eint Rivalen stärker als ein gemeinsamer Gegner scheint das Motto des deutsch-japanischen Schulterschlusses zwischen Siemens und Mitsubishi Heavy im Kampf um Alstom zu sein. Was die Japaner ausmacht.
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TokioMitsubishi Heavy Industries (MHI) sieht den deutschen Siemens-Konzern besonders bei Kraftwerken als harten Rivalen an. Doch warum sollte das den ambitionierten MHI-Chef Shunichi Miyanaga davon abhalten, mit Siemens zusammenzuarbeiten, wenn er damit einen Machtzuwachs von Weltmarktführer General Electric (GE) verhindern kann? Zumal GE mit MHIs lokalem Erzrivalen Toshiba gemeinsame Sache macht.

Siemens jedenfalls kann die Bereitschaft der Japaner nur recht sein. Denn die Deutschen gewinnen einen potenten Partner mit globalen Ambitionen. In seinen Wurzeln ist MHI wie Siemens ein Traditionsunternehmen, das die Industrialisierung des Landes seit dem 19. Jahrhundert mitgeprägt hat. Und wie bei Siemens ist die Produktpalette breit gefächert - mit einem Unterschied. Die Japaner waren weniger in Unterhaltungs- und Haushaltsgeräten unterwegs als die Deutschen, dafür mehr in der Schwerindustrie.

Das zeigt sich deutlich: Von Atomkraftwerken über Panzer bis zu Schiffen, Windkraftwerken, Weltraumraketen und Zügen reicht das Angebot. Nur Autos, die gehören nicht zum Portfolio. Die Sparte war schon vor Jahrzehnten aus MHI ausgegründet worden – nur 15 Prozent der Anteile am Fahrzeughersteller Mitsubishi Motors hält MHI.

Eine neue Addition zum MHI-Produktkatalog ist ein mittelgroßer Passagierjet, das erste große Flugzeug seit dem zweiten Weltkrieg, das ein japanisches Unternehmen selbst entwickelt hat. Bisher bauen die Japaner nur Militärjets in Lizenz nach und liefern Hightechbauteile für Boeings Flieger.

Doch dies reicht Miyanaga längst nicht mehr. Mit harten Reformen und forschen Fusionen will er MHI global auf Wachstum zu trimmen. „Wir wollen damit schnell und stetig eine globale Firma auf Top-Niveau werden”, erklärte Miyanaga Anfang Mai, als er die Fortschritte seiner Wachstumsstrategie von 2012 bilanzierte. Und mehr noch: MHI solle ein „hochprofitables Unternehmen” werden.

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