Mittal ausgestochen
Arcelor fusioniert mit Severstal

Der Übernahmekampf um den luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor hat eine womöglich entscheidende Wende erfahren: Arcelor schließt sich mit dem russischen Konkurrenten Severstal zusammen. Für Angreifer Mittal bedeutet das eine schwere Schlappe.

HB LUXEMBURG. Wie Arcelor und Severstal am Freitagmorgen mitteilten, wollen sich die beiden Unternehmen zusammenschließen, um den weltgrößten Stahlkonzern zu bilden. Severstal-Mehrheitsaktionär Alexey Mordashov wird an Arcelor rund 1,25 Mrd. Euro und seine gesamten Anteile an Severstal und dem italienischen Stahlkonzern Lucchini zahlen. Im Gegenzug erhält er einen Anteil von 32 Prozent an dem vergrößerten Arcelor-Konzern; die bisherigen Anteilseigner bekommen die restlichen 68 Prozent.

Aus der Fusion soll der weltgrößte und profitabelste Stahlkonzern mit einem Umsatz von 46 Mrd. Euro und einer Stahlproduktion von 70 Mill. Tonnen entstehen. Das würde Mittal vom Thron stoßen, dem nach Stahlausstoß bislang größten Vertreter der Branche.

Arcelor-Chef Guy Dolle rechnet mit einer ausreichenden Unterstützung der Aktionäre für die geplante Fusion. Er sei sehr zuversichtlich, dass die Mehrheit der Arcelor-Anteilseigner das Vorhaben annehmen werde, sagte er am Freitag dem Radiosender Europe 1: „Weil es ein freundlicher Zusammenschluss ist, ist die Chance auf einen Erfolg sehr groß.“ Seinen Worten zufolge hat ein Zusammenschluss mit dem russischen Konzern keine Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Arcelor werde nach der Fusion seinen Namen und den Firmensitz in Luxemburg behalten.

Die Vereinbarung mit Severstal bewertet Arcelor den Angaben zufolge mit 44 Euro je Aktie ohne Dividende. Das ist mehr als Mittal mit 37,74 Euro in bar für die Luxemburger bietet. Zudem sieht die Vereinbarung eine Ausschüttung von 7,5 Mrd. Euro an die Aktionäre vor.

Arcelor wehrt sich seit Monaten gegen den feindlichen Übernahmeversuch des Mittal-Konzerns, der seine Offerte erst vor knapp einer Woche um etwa ein Drittel auf knapp 26 Mrd. Euro angehoben hatte. Arcelor hatte daraufhin Entgegenkommen signalisiert und zugesichert, den Geschäftsplan Mittals prüfen zu wollen. Das scheint eine Finte gewesen zu sein.

Auch Deutschland ist von dem nun verkündeten Zusammenschluss betroffen. Die Eko Stahl GmbH aus Eisenhüttenstadt gehört zu Arcelor. Das Tochterunternehmen ist bislang für die Ostmärkte zuständig. Wie die Arbeitsverteilung nach der Überkreuzbeteiligung mit den Russen aussehen soll, ist noch unklar.

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