Mittal will Arcelor übernehmen
„Hier prallen zwei Kulturen aufeinander“

Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal ist für den luxemburgischen Konkurrenten Arcelor eine andere Welt. Die beiden Stahlriesen unterscheidet dabei nicht nur die Geschichte, sondern auch deren Politik.

HB LUXEMBURG. „Hier prallen zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander“, sagte der Arbeitnehmervertreter im Arcelor-Aufsichtsrat John Castegnaro am Montag. Während Arcelor stets eine Sozialpolitik mit den Mitarbeiter betrieben und ein gutes Verhältnis mit den Standort-Ländern gepflegt habe, sei Konzernchef Lakshimi Mittal offensichtlich auf Profit, auch auf den kurzfristigen, aus.

Arcelor, 2002 aus dem Zusammenschluss der Stahlproduzenten Aceralia aus Spanien, der luxemburgischen Arbed und Usinor aus Frankreich entstanden, blickt allein im Großherzogtum auf eine über 100 Jahre alte Tradition im Stahlgeschäft zurück. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte man um Düdelingen und Esch-sur-Alzette begonnen, das phosporhaltige Minette-Erz aus dem Grenzgebiet Luxemburgs und Lothringens in Hochöfen zu verarbeiten. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts rauchten im Süden des Großherzogtums schließlich 47 Hochöfen. Und zu „besten Zeiten“ waren 30 000 Menschen bei der Arbed beschäftigt.

„Die Stahlindustrie in Luxemburg ist die Geburtsstunde des Reichtums unseres Landes“, sagte Regierungssprecher Guy Schuller. Nicht die Banken, sondern der Stahl habe das Land reich gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei ein Drittel der gesamten Arbeiterschaft des Landes bei der Arbed in Arbeit gewesen. Das Unternehmen habe ganze Regionen des Landes geprägt, Wohnungen und Schulen gebaut. „Das alles darf nicht vergessen werden. Luxemburg ist mit der Arbed ins Industriezeitalter gegangen“, sagte Schuller.

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