Mittelständische Händler setzen auf Nischenangebote
Sportindustrie kämpft gegen Billiganbieter

Wanderjacke von Lidl, Tourenstöcke von Aldi – viele Deutsche kaufen ihre Sportausrüstung inzwischen günstig im Supermarkt ein. Das setzt Sporthandel und Markenhersteller stark unter Druck.

HB MÜNCHEN. „Die Discounter haben zwar nur einen Marktanteil von drei bis vier Prozent. Doch ihre Angebote drücken die Preise in der gesamten Branche“, sagt Eva Dorobek vom Marktforscher Sports Tracking Europe in Nürnberg. Um sich gegen Konkurrenten wie Aldi oder Tchibo zu behaupten, setzen die etablierten Anbieter auf spezielle Angebote für interessante Zielgruppen wie Frauen oder Jugendliche.

Viele Sporthändler machten den Fehler, sich nicht richtig von Billig-Konkurrenten abzusetzen, sagt Thomas Reischmann, Inhaber eines Sportgeschäfts im schwäbischen Ravensburg. Der Kaufmann hat je eine komplette Etage für Frauen und für die Jugend eingerichtet. Damit zieht Reischmann Kunden an, die bislang wenig in die Sportläden gehen. Marktforscherin Dorobek: „Nur ein Viertel der Jugendlichen decken ihren Bedarf im Sporthandel.“ Das gelte auch für Frauen: „Viele haben regelrecht Angst, die Geschäfte zu betreten.“

Um das zu ändern, setzten innovative Kaufleute auf umfassende Betreuung: „Wir verstehen uns als Dienstleister“, betont Klaus Ruscher, der in München ein Fachgeschäft für Läufer führt. „Von der Trainingsbetreuung bis zur Medienarbeit kümmern wir uns um unsere Kunden.“

Die beiden Händler sind mit ihren Zusatzangeboten nach eigener Ansicht höchst erfolgreich. Allerdings ist dies längst nicht die Regel im deutschen Sportfachhandel. Joachim Schröder, ehemaliger Sportchef des Warenhauskonzerns Karstadt: „Der Handel hat seine Hausaufgaben noch nicht gemacht. Es gibt viel Platz für neue Konzepte.“

Viele Geschäfte kämpfen seit Jahren mit fallenden Umsätzen. Der Markt bröckelt Jahr für Jahr leicht ab und erreicht derzeit ein Volumen von sieben Mrd. Euro. Für die Branche wäre ein leichtes Plus bereits ein Erfolg. „Wenn das Wetter mitspielt und sich die allgemeine Stimmung beim Verbraucher weiter aufhellt, hoffen wir Ende 2005 mindestens wieder auf das Ergebnis des Jahres 2004 zu kommen“, erwartet Werner Haizmann vom Verband der Sporthändler.

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