Mittwoch wohl erste Verhandlungen
Bieterwettbewerb um Beiersdorf eröffnet

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo und der Münchner Allianz-Konzern nehmen an diesem Mittwoch Gespräche über die Zukunft des Nivea-Herstellers Beiersdorf auf. Tchibo-Chef Ammer will demnach das Konsortium präsentieren, das sich um den 44-Prozent-Anteil des Versicherungskonzerns bemüht.

HB HANNOVER. „Das Konsortium steht und tritt jetzt in Verhandlungen mit der Allianz“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen. Die Gespräche werden schon am Mittwoch beginnen, bestätigten Branchenkenner in Hamburg. Das Konsortium unter Vermittlung des Hamburger Senats und bestehend aus der Tchibo-Holding, dem Tchibo-Miteigner Joachim Herz, der staatlichen HSH-Nordbank sowie Beiersdorf selbst wolle die knapp 44 % an Beierdorf im Besitz der Allianz erwerben.

Dazu existiere bereits ein schriftliches Gesprächsangebot, in dem die Vorstellungen zur Übernahme des Aktienpakets grob umrissen seien, hieß es nach Agentur-Informationen. Ein formelles Angebot solle der Allianz im Laufe der Verhandlungen unterbreitet werden. Die Tchibo-Holding ist bereits mit knapp 31 % an Beiersdorf beteiligt. Die Allianz wollte keine Stellung zu den Informationen nehmen.

Große Unbekannte ist den Angaben aus den Kreisen zufolge der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble , der vor Kurzem sein grundsätzliches Interesse an Beiersdorf bekräftigt hatte. In den Kreisen wurde damit gerechnet, dass P&G ebenfalls in dieser Woche an die Allianz herantritt. Damit wäre der seit Monaten schwelende Bieterwettbewerb eröffnet. Der Allfinanzkonzern Allianz signalisiert seit mehr als einem Jahr Verkaufsbereitschaft, will aber einen möglichst hohen Preis erzielen. Wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen waren bislang formelle Verhandlungen mit Tchibo nicht zu Stande gekommen. Von P&G heißt es, der Konzern, der kürzlich den Haarpflegespezialisten Wella übernommen hatte, strebe die Kontrolle bei Beiersdorf an.

In Hamburg wird befürchtet, P&G könne Beiersdorf zerschlagen wollen, um eine Übernahme zu finanzieren. In der Hansestadt beschäftigt der Nivea-Hersteller 4800 Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie in der internationalen Markensteuerung. Dies seien vor allem Bereiche, die bei einer Zerschlagen wegfallen würden, heißt es aus dem Unternehmen.

Den Angaben aus den Finanzkreisen zufolge will Tchibo bis zu 20 % zu den bereits im eigenen Besitz liegenden knapp 31 % hinzukaufen. Der Tchibo-Miteigner Joachim Herz, der bereits 15 % an der Tchibo-Holding hält, wolle fünf bis neun Prozent hinzukaufen. Weitere fünf bis neun Prozent könne die staatliche HSH-Bank erwerben und später an der Börse platzieren, hieß es.

Ähnlich könne Beiersdorf verfahren, die durch die Hauptversammlung zum Rückkauf eigener Aktien von bis zu zehn Prozent ermächtigt ist. Dadurch würde sich der Anteil der Aktien im Streubesitz erhöhen und - so die Erwartungen des Konsortiums - die Chancen von Beiersdorf für eine Aufnahme in den Deutschen Aktienindex zunehmen.

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