Mode
Investoren stehen bei Escada Schlange

Die Marke Escada hat ein unglaubliches Potential. Das glauben zumindest Experten und Berater, die sich darum bemühen, dass der Betrieb am Leben bleibt. Und die Aussichten sind nicht schlecht. Wie eine Rettung des angeschlagenen Modeherstellers funktionieren könnte – und welche Investoren bereits Interesse zeigen.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Noch ist Insolvenzverwalter Christian Gerloff damit beschäftigt, das tägliche Geschäft von Escada zu stabilisieren. Erst in den nächsten Tagen werde sich der Jurist auch mit den vielen Investoren befassen, die bereits ihr Interesse an der Luxusmarke signalisiert haben, hieß es gestern in Unternehmenskreisen. Zuletzt teilte Gerloff mit, es gebe gute Chancen, den Betrieb fortzuführen. Experten bezweifeln allerdings, dass der Damenmodeschneider langfristig eigenständig überleben kann.

„Vor dem Hintergrund der Krise im Luxussegment wäre die Marke aus meiner Sicht in einem Konzern besser aufgestellt“, sagt Markus Pfeiffer von der Unternehmensberatung Vivaldi Partners in München. Der Grund: „Innerhalb eines Portfolios an Marken können die Auswirkungen des Abschwungs durch unterschiedlichste Produkt- und Preissegmente besser ausgeglichen werden.“

Eins steht schon fest, bevor der Insolvenzverwalter die Angebote überhaupt gesichtet hat: Die Marke Escada ist der größte Wert, den der Luxusmodekonzern und einst größte Damenmodehersteller der Welt zu bieten hat. Der Markenberater Franz Maximilian Schmid-Preissler beziffert den Wert des Labels „im oberen dreistelligen Millionenbereich“. Vor allem auf den für Escada wichtigen Märkten USA und Asien sei die Marke nach wie vor hoch angesehen – „dort hat Escada ein goldgerändertes Image“.

Der bayerische Berater hält es für möglich, Escada auf eigenen Beinen fortzuführen. „Wenn Sie über die Insolvenz wieder Ordnung in das Unternehmen bekommen, hat die Marke ein unglaubliches Potenzial“, ist Schmid-Preissler überzeugt. Vivaldi-Fachmann Pfeiffer hält diesen Weg indes für riskant: Die Gefahr sei groß, dass ein Investor die Marke und ihre Vermögenswerte kurzfristig abschöpfe, langfristig aber keine solide Perspektive entstehe.

Escada hat vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Zuvor war der Sanierungsplan des Vorstands gescheitert. Die Gläubiger einer Unternehmensanleihe von 200 Mio. Euro wollten sich nicht an der Rettung beteiligen. Escada, das im vergangenen Geschäftsjahr mit 2 400 Mitarbeitern rund 582 Mio. Euro umgesetzt hat, kämpft seit langem mit Verlusten.

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