Modehersteller
Hugo Boss lockt Anleger mit Dividende und Stimmrecht

Der Modekonzern Hugo Boss will mit einer Umwandlung seiner Vorzugsaktien in Stammaktien mehr Anleger gewinnen. Profitieren könnte davon vor allem der Hauptaktionär Permira.
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FrankfurtMit einer Umwandlung seiner Vorzugsaktien in Stammaktien und einer kräftigen Dividendenerhöhung will Deutschlands größter Modehersteller Hugo Boss mehr Anleger anlocken. Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Vorzugsaktien sollen möglichst bald eins zu eins in stimmberechtigte Stammaktien umgetauscht werden, wie Hugo Boss am Dienstag mitteilte. Das solle die Liquidität der Titel erhöhen und ihnen mehr Gewicht im MDax verleihen, erklärte Finanzchef Mark Langer.

Dieser Schritt könnte dem Hauptaktionär Permira in die Hände spielen. Er würde am meisten von einer Kurssteigerung profitieren, wenn der Plan aufgeht und die Aktie für Anleger attraktiver wird. Private-Equity-Gesellschaften machen ihre Beteiligungen in der Regel nach einigen Jahren wieder zu Geld. Vorerst würde der Finanzinvestor seine Dominanz verringern: Der Aktienanteil bliebe zwar unverändert, doch sein Stimmrechtsanteil würde auf 66 Prozent sinken, wie eine Boss-Sprecherin sagte. Derzeit hält Permira 88 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien und 42 Prozent der stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Bis auf wenige von Hugo Boss selbst gehaltene Aktien befindet sich der Rest in Streubesitz.

Am Rekordergebnis des vergangenen Jahres sollen die Aktionäre mit einer deutlich höheren Ausschüttung beteiligt werden. Die Dividende steige je Stammaktie auf 2,88 Euro (2010: 2,02 Euro) und je Vorzugsaktie auf 2,89 Euro (2,03 Euro). Dies entspricht den Angaben zufolge einer Ausschüttungsquote von 70 Prozent des auf die Anteilseigner entfallenden Konzerngewinns. Dank der ungebrochenen Lust der Kundschaft auf teure Marken hatte Hugo Boss 2011 den Umsatz um ein Drittel und den Überschuss um mehr als die Hälfte auf 284 Millionen Euro gesteigert.

Die Hauptversammlung soll am 3. Mai über die Vorschläge abstimmen und auch eine Umstellung von Inhaberaktien auf Namensaktien beschließen. An diesem Mittwoch will sich das Unternehmen auf seiner Bilanz-Pressekonferenz zum Geschäftsverlauf und seinen Plänen äußern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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