Modekonzern
Hugo Boss hebt Prognose an

Hugo Boss spürt weiter kräftigen Aufwind. Nach sehr guten Zahlen für das dritte Quartal hat der Modekonzern seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Dabei helfen natürlich die vielen neuen Käufer in Schwellenländern, aber auch in Deutschland.
  • 0

HB FRANKFURT. Der schwäbische Konzern baute seinen Betriebsgewinn im dritten Quartal um über 40 Prozent aus und hob daraufhin am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich an. Auch bei Konkurrenten wie LVMH und Burberry laufen die Geschäfte blendend - besonders, weil sich immer mehr kaufkräftige Chinesen mit teuren Anzügen, Uhren und Handtaschen eindecken.

Hugo Boss profitierte von der erstmaligen Konsolidierung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem größten chinesischen Franchise-Partner Rainbow Group. Aber auch in Europa und den USA liefen die Geschäfte gut. „Wir sind mit der Entwicklung in allen Regionen sehr zufrieden“, sagte eine Firmensprecherin. Bezahlt macht sich für den Konzern, der seit 2007 dem Finanzinvestor Permira gehört, zudem die Eröffnung eigener Läden. Ihre Zahl will Boss bis Jahresende um bis zu 60 auf 425 erhöhen.

Im dritten Quartal stieg der Absatz bei Boss um knapp ein Fünftel auf 538 Millionen, der Betriebsgewinn (Ebitda) sogar um 42 Prozent auf 150 Mio. Euro. „Anzüge scheinen sich derzeit wie warme Semmeln zu verkaufen“, sagte ein Börsianer. Für das Gesamtjahr hob der Modekonzern seinen Ausblick an: Demnach soll das Ebitda um rund 20 (bisherige Prognose: zehn bis 12) Prozent zulegen, der Umsatz um fünf (drei bis fünf) Prozent.

Mit den Quartalszahlen und der neuen Prognose habe Boss die Erwartungen klar übertroffen, erklärte Equinet-Analyst Ingbert Faust. „Besonders die Geschäfte in den USA und einigen europäischen Ländern scheinen sich besser entwickelt zu haben als erwartet.“ Faust erwägt nun - wie auch sein DZ-Bank-Kollege Herbert Sturm - sein Kursziel für Boss anzuheben. Die Aktien kletterten am Donnerstag über drei Prozent auf 45,38 Euro und waren damit größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Auch beim weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH laufend die Geschäfte blendend. In den ersten neun Monaten 2010 stieg der Umsatz des Konzerns, der unter anderem Louis-Vuitton-Taschen und Moet & Chandon-Champagner verkauft, um rund ein Fünftel auf 14,2 Mrd. Euro. Dabei profitierte LVMH besonders vom chinesischen Markt. Gut lief dort vor allem der Verkauf von Hennessy Cognac. Insgesamt steigerte LVMH seine Umsätze mit Wein und Champagner um über ein Fünftel auf 2,1 Mrd. Euro. Bereits am Mittwoch hatte der britische Traditionskonzern Burberry ein kräftiges Umsatzplus im zurückliegenden Quartal verkündet.

Die jüngsten Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der Citi-Analysten, dass Luxusgüter im Zuge der Wirtschaftsaufschwungs besonders gefragt sind. „Das ist eine positive Entwicklung mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft.“ Doch auch 2011 und 2012 dürfte der Aufschwung weitergehen, wie Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs kürzlich sagte. Damit hat sich die Stimmung in der Luxusindustrie innerhalb kurzer Zeit gedreht. Im vergangenen Jahr hatte die Branche mit einem Umsatzrückgang von acht Prozent noch den schärfsten Einbruch seit Jahrzehnten erlitten. Viele Konzerne wie Boss restrukturierten daraufhin und bauten Lagerbestände ab.

Kommentare zu " Modekonzern: Hugo Boss hebt Prognose an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%