Mögliche Einschnitte
Siemens-Betriebsrat kämpft gegen Konzernumbau

Die Siemens-Investoren fordern einen tiefgreifenden Konzernumbau, Konzernchef Joe Kaeser hat entsprechende Pläne vorgelegt. Doch bei den Arbeitnehmervertretern regt sich Widerstand gegen mögliche Einschnitte.
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MünchenDie Siemens-Arbeitnehmervertreter haben Widerstand gegen mögliche Einschnitte ins Portfolio angekündigt. „Es ist kein Riesen-Umbau notwendig. Siemens ist kein Sanierungsfall“, sagte die neue Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn in einem Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Falls Konzernchef Joe Kaeser bei seinen Umbauplänen – wie von Investoren gefordert – größere Einschnitte planen sollte, werde es „große Widerstände“ geben.

Die Arbeitnehmervertreter lehnten ein neues Sparprogramm ebenso ab wie einen weiteren Stellenabbau. Die Beschäftigten seien durch das Programm „Siemens 2014“, das noch Ex-Siemens-Chef Peter Löscher angestoßen hatte, verunsichert worden. „Es herrschte eine Angstkultur.“

Steinborn wurde in der vergangenen Woche als Nachfolgerin von Lothar Adler an die Spitze des Siemens-Gesamtbetriebsrats gewählt. Ihr Vorgänger war wegen seines Jahresgehalts von bis zu 300.000 Euro kritisiert worden. „Wir wollen, dass sich qualifizierte Beschäftigte für den Betriebsrat engagieren, und da muss man schauen, dass sie auch eine vergleichbare Gehaltsentwicklung bekommen können“, sagte Steinborn zur aktuellen Diskussion über die angemessene Bezahlung von Betriebsräten.

Der neue Siemens-Chef Kaeser will am 8. Mai seine künftige Strategie vorstellen. Es sei „Erwartung und Hoffnung“ der Arbeitnehmervertreter, dass es bei den aktuell vier Säulen Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur bleibe, sagte Steinborn. „Eine Umstrukturierung darf es nicht um der Umstrukturierung willen geben, nur weil ein neuer Chef da ist.“

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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