Motorradbranche
Tarifstreit bei Harley Davidson beendet

Drei Wochen lang streikten 2800 Beschäftige bei Harley-Davidson. Ihre Chefs hatten dazu aufgefordert, "Einschnitte" hinzunehmen, sonst drohe der Firma das Schicksal der Detrioter Autobauer. Angesichts der Rekordgewinne von Harley wollten die Arbeiter das nicht einsehen. Nun ist es zu einer Einigung gekommen.

HB CHICAGO. Management und die Arbeitnehmervertreter haben sich auf Lohnsteigerungen von zwölf Prozent über drei Jahre geeinigt. Das teilte die Gewerkschaft IAM am Donnerstagabend mit. Die Arbeiter im Yorker Harley-Werk hätten der Vereinbarung mit klarer Mehrheit zugestimmt und damit den Ausstand beendet.

Die IAM bewertete die Einigung als deutliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Firmenvorschlag. Dieser hatte Anfang des Monats den ersten Streik bei Harley seit 16 Jahren ausgelöst. Der Protest kostete die Motorradschmiede nach Analystenschätzungen täglich rund elf Millionen Dollar an Umsatz. In dem Werk im Bundesstaat Pennsylvania stellen werden die Typen Touring und Softail her. Diese gehören zu den rentabelsten Harley-Modellen.

Die nun erzielte Einigung sieht nach Angaben der IAM den Erhalt bestehender Gesundheitsleistungen für die bisherigen Beschäftigten vor. Außerdem konnte sich das Unternehmen nicht mit seiner Forderung nach Zugeständnissen bei den Löhnen neuer Mitarbeiter durchsetzen. „Es gibt Zeiten, in denen man gemeinsam Opfer bringen muss, und Zeiten, in denen man den Erfolg gemeinsam auskosten muss“, sagte Gewerkschaftschef Tom Buffenbarger. „Nach 18 Quartalen in Folge mit Rekordgewinnen und -umsätzen bei Harley wissen die Arbeiter, welche Zeit momentan ist.“

Werksleiter Fred Gates erklärte zu der Einigung: „Wir brennen darauf, wieder an die Arbeit zu gehen und Motorräder herzustellen.“ Das Unternehmen hatte seine Forderungen vor Beginn des Streiks damit begründet, ohne Einschnitte könne sich der Konzern „in derselben Lage finden, in der die Autohersteller in Detroit heute sind“.

Der Ausstand hatte die Motorradschmiede in merkliche Bedrängnis gebracht: Knapp eine Woche nach Beginn des Streiks erklärte das Unternehmen, es werde sein Absatzziel von 82 000 bis 84 000 Maschinen für das erste Quartal verfehlen. Außerdem drohte es mit Entlassungen bei firmeneigenen Zulieferbetrieben. Vor Jahresende laufen bei dem Motorradbauer noch mehrere weitere Tarifvereinbarungen aus.

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