Münchener Konzern rückt von Übernahmeversuch ab
Siemens will kein feindliches Angebot für VA Tech abgeben

Die Siemens AG will angesichts des starken Wiederstands Österreichs offenbar auf einen Einstieg bei dem Linzer Anlagenbauer VA Technologie verzichten. Damit zeichnet sich nach der Schlappe beim angestrebten Kauf von Teilen des französischen Alstom-Konzerns erneut ein Scheitern von Siemens beim Versuch ab, sich außerhalb Deutschlands zu verstärken.

HB MÜNCHEN/WIEN. „Es macht keinen Sinn, an weiteren Modellen zu basteln, wenn die Botschaft ist: Wir wollen das nicht“, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch in München. VA Tech begrüßte in Linz den Schritt der österreichischen Regierung, die am Vortag die 15-prozentige Beteiligung der staatlichen Österreichischen Industrieholding (ÖIAG) zunächst zementiert und damit einen Einstieg von Siemens unattraktiv gemacht hatte. Die ÖIAG kündigte an, nun eine österreichische Kernaktionärsstruktur für die VA Tech zu suchen. Die deutsche Regierung äußerte sich zu dem Widerstand Österreichs gegen die Siemens-Pläne nicht.

Siemens ließ sich allerdings eine Hintertüre offen: Der Konzern sehe noch Klärungsbedarf, ob ein Engagement des Technologiekonzerns bei VA Tech tatsächlich auf Ablehnung stoße. „Wenn das so wäre, wäre die Sache für uns erledigt“, sagte der Sprecher. Siemens habe nie eine feindliche Übernahme erwogen. „Uns war immer klar, das geht nur im Einvernehmen mit den Beteiligten.“ Eine Übernahme zu Lasten der Arbeitsplätze sei nie geplant gewesen. Die Münchener reagierten mit ihren Aussagen wohl auch auf die Forderung des VA Tech-Managements, nach tagelangem Schweigen Auskunft über die weiteren Pläne zu geben.

„Die Übernahme von VA Tech scheint vom Tisch zu sein“, kommentierte Bear Stearns-Analyst Axel Funhoff. „Wir sehen durch eine solche Transaktion ohnehin keinen Vorteil (für Siemens).“ HVB-Analyst Roland Pitz zufolge hätte ein Engagement bei VA Tech hingegen durchaus Vorteile für Siemens gebracht. „Das wäre eine interessante Verstärkung gewesen, aber ich denke, dass Siemens auf diesen Zukauf nicht angewiesen ist.“ Siemens habe richtig entschieden, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

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