Nach Brandrede bei Airbus
Arbeitnehmer murren über Enders' Sparwut

Konzernbetriebsrat und die IG Metall haben der Einschätzung von Airbus-Chef Thomas Enders widersprochen, dass sich der Konzern wegen des Dollar-Kursverfalls in einer „lebensbedrohlichen“ Lage befindet. Statt ständig neue Schlagzeilen zu produzieren, solle sich das Management lieber um bereits bekannte Baustellen kümmern. Und das, motzen sie, seien nicht wenige.

HB BERLIN. Der Chef des Airbus-Konzernbetriebsrates, Rüdiger Lütjen, räumte zwar ein, dass der starke Euro das Unternehmen belaste, eine existenzielle Krise für das Unternehmen sehe er aber nicht. „Das Management soll nicht ständig neue Schlagzeilen produzieren, sondern die vorhandenen Probleme bei den Passagiermaschinen A 380 und A 350 sowie beim Transportflugzeug A 400M abarbeiten“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Anstatt über die Verlagerung von Produktionskapazitäten in den Dollar-Raum nachzudenken, sollten die Manager über die Preise für die Flugzeuge nachdenken und nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten suchen.

Auch die IG Metall Küste bezweifelte, dass weitere Sparmaßnahmen oder Produktionsverlagerungen die Probleme von Airbus lösen. „Wir haben einen hohen Auftragsbestand. Das Management hat bisher noch keine Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorgelegt, was ein Verkauf von Werken bringen soll“, sagte Gewerkschaftssprecher Daniel Friedrich der Zeitung. „Wir glauben nicht, dass man die Produktion einfach in den Dollar-Raum verschieben kann in einem Unternehmen, das mit Hilfe der europäischen Steuerzahler aufgebaut wurde.“

Airbus-Chef Enders hatte am Donnerstag in einer Rede vor Betriebsräten weitere radikale Einschnitte zusätzlich zum jetzt schon geltenden Sparprogramme Power8 angekündigt, das im Frühjahr wegen der verspäteten Auslieferung des Großraumflugzeuges A 380 beschlossen worden war und den Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen sowie Werksverkäufe vorsieht. Jetzt zwingt der Absturz des Dollar zum Euro den Konzern laut Enders zu weiteren Sparmaßnahmen, da Airbus zu Euro- Kosten produziert, seine Flugzeuge aber wie international üblich in Dollar verkauft.

Seite 1:

Arbeitnehmer murren über Enders' Sparwut

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%