Nach dem Rückzug des Daimler-Konzerns ist für die Japaner nur noch der Smart von Interesse
Mitsubishi zeigt Chrysler die kalte Schulter

Der japanische Autokonzern Mitsubishi Motors Corp. (MMC) ist auch nach dem strategischen Rückzug von Daimler-Chrysler an einer dauerhaften Kooperation mit der Kleinwagenmarke Smart interessiert. Mitsubishi-Präsident Hideyasu Tagaya sagte dem Handelsblatt, er sehe es als vorteilhaft für beide Seiten an, wenn sich der viertürige Smart Forfour und der Mitsubishi-Colt auch in der nächsten Modellgeneration eine gemeinsame Plattform teilten.

TOKIO. Nach dem Rückzug der Deutschen im Mai steht bei Mitsubishi alles auf dem Prüfstand. Angesichts äußerst knapper Ressourcen müssen die Japaner in den kommenden Monaten entscheiden, welche Modelle sie mit ihren knappen Ressourcen weiterentwickeln wollen. Bisher habe Mitsubishi gemessen an seinen Absatzmöglichkeiten zu viele Autos entwickelt, sagte Tagaya.

Der Colt ist – ebenso wie der Forfour – in diesem Jahr erst in Europa gestartet, so dass eine Zusammenarbeit mit Smart über die nächsten Jahre hinaus sinnvoll wäre. Allerdings verhandeln die Japaner derzeit über den Verkauf eines Teils ihrer Aktien am europäischen Werk für beide Autos, Nedcar in den Niederlanden, an Daimler-Chrysler. Die Japaner brauchen dringend das Kapital. Es sei jedoch klar, dass beide Konzerne weiter einen gewissen Anteil an dem Werk halten werden, sagte Tagaya.

Dagegen zeigte der seit diesem Sommer für das operative Geschäft von Mitsubishi verantwortliche Manager wenig Interesse an den ursprünglich geplanten Kooperationen bei Mittelklassemodellen mit der Daimler-Tochter Chrysler. Die Chrysler-Plattform sei für Europa und Asien zu klobig. Eine endgültige Entscheidung über eine Kooperation sei aber noch nicht gefallen. In der Kompaktklasse könne Chrysler – wenn gewünscht – die Plattform des Mitsubishi-Lancers gern nutzen, sagte Tagaya. „Aber wir entwickeln nur noch die Mitsubishi- Version.“

Langfristig soll Mitsubishi allerdings nach Tagayas Vorstellung möglichst ohne strategischen Partner aus der Autobranche existieren können. „Wenn wir unseren Sanierungsplan umsetzen können, sind die Chancen dafür meiner Meinung nach recht hoch.“ Zunächst müsse der Autobauer aber seine Ertrags- und Qualitätsprobleme beheben. Bis Jahresende will Mitsubishi 80 bis 90 Prozent aller zurückgerufenen Autos repariert haben. Zudem senkt der Konzern derzeit massiv Produktionskapazität und Kosten.

Der Manager, der seit vielen Jahren bei MMC arbeitet, kritisierte zudem, dass Daimler-Chrysler in seiner Zeit als Haupteigner die MMC-Belegschaft nicht genügend eingebunden habe. Das Management habe nur aus von Daimler Entsandten und extern angeheuerten Personen bestanden. Deswegen habe es im Unternehmen an Kommunikation gemangelt, und Pläne seien nicht umgesetzt worden. Auch von Gewerkschaftsseite war solche Kritik laut geworden.

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