Nach Endesa-Niederlage
Eon hat zu viel Geld

Beim spanischen Versorger Endesa hat Eon den Kürzeren gezogen. Nun sitzt der deutsche Energiekonzern auf zig Milliarden, was ihn selbst zum Ziel einer Übernahme machen könnte. Deshalb sucht Eon händeringend nach alternativen Kaufgelegenheiten. In der Größenordnung Endesas ist aber nichts zu haben. Möglicher Ausweg aus dem Dilemma: eine Sonderdividende.

HB DÜSSELDORF. Eon hat hat nach der gescheiterten Übernahme von Endesa angekündigt, vor allem in Russland und Osteuropa wachsen zu wollen. Das Unternehmen werde sich aber auch weitere Übernahmeziele in Spanien und Italien anschauen, sagte der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat am Dienstag in einer Telefonpressekonferenz vor Journalisten. Konkrete Projekte gebe es aber noch nicht. Grundsätzlich sei auch keine Akquisition in der Größenordnung von Endesa absehbar.

Auch eine Akquisition in Großbritannien wollte Bernotat nicht grundsätzlich ausschließen. Er verwies aber darauf, dass Eon hier bereits eine gute Position erreicht habe und ein Zukauf nicht unbedingt notwendig sei. Sollte es aber eine sinnvolle Akquisitionsmöglichkeit auf der Insel geben, werde sich Eon diese ebenfalls genau anschauen.

Die Börsianer spekulierten am Dienstag, welchen Energieversorger Eon denn nun kaufen könne. Ein Händler sagte, als Kaufkandidaten für Eon würden die französische Suez, die spanische Iberdrola und die britische Scottish & Southern Energy gehandelt. Die Aktien der genannten Unternehmen gewannen um die 2 Prozent.

Milliarden in der Kasse

Eon hat das Geld über, das eigentlich für den Endesa-Kauf vorgesehen war. Das 42,3 Mrd. Euro schwere Geschäft war am Montag gescheitert. Eon einigte sich mit den ebenfalls um die Spanier buhlenden Enel und Acciona. Demnach machen die Deutschen dem italienischen Energie- und dem spanischen Mischkonzern den Weg frei für die Mehrheitsübernahme von Endesa, erhalten dafür im Gegenzug Teile von Endesa im Wert von 10 Mrd. Euro. Es handelt sich um Beteiligungen in Spanien, Italien und Frankreich. Diese gehen an Eon über, sobald Enel und Acciona sich Endesa gesichert haben.

Die beiden südeuropäischen Konzerne wollen nun so schnell wie möglich ein eigenes Übernahmeangebot für Endesa mit einem Mindestpreis von 41 Euro je Endesa-Aktie vorlegen. Da sie bereits über mehr als 45 Prozent der Aktien verfügen, besteht an einem Erfolg kaum ein Zweifel.

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