Nach Katastrophenjahr
Toyota fährt zurück in die Gewinnzone

Der weltgrößte Autobauer Toyota hat sich von den Folgen der Naturkatastrophe in Japan erholt und ist operativ in die Gewinnzone zurückgekehrt. Analysten hatten einen geringeren Gewinn erwartet.
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TokioDer Spitzenreiter gibt sich keine Blöße: Toyota legt im ersten Geschäftsquartal einen Betriebsgewinn 353,14 Milliarden Yen (3,69 Milliarden Euro) vor und hat sich damit nachhaltig von den Folgen des Tsunami, der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima sowie den verheerenden Fluten in Thailand erholt. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 107,96 Milliarden Yen verzeichnet worden.

Im nun betrachteten Quartal wurden sogar die Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit einem geringeren Gewinn von 314,1 Milliarden Yen gerechnet hatten, übertroffen. Der Nettogewinn stieg im abgelaufenen Vierteljahr auf 290,35 Milliarden Yen von 1,16 Milliarden Yen. Nun will Toyota auch den Vorsprung im Autoabsatz ausbauen. Bei der Präsentation der Bilanz erhöhte der japanische Autoriesen seine Prognose für den weltweiten Absatz auf 9,76 Millionen von 9,58 Millionen Fahrzeuge.

Toyota hatte in den ersten sechs Monaten mit seinen weltweiten Absatzzahlen (plus 34 Prozent auf 4,97 Mio Fahrzeuge) die großen Konkurrenten General Motors (plus 2,9 Prozent auf 4,7 Mio) und VW (plus 8,9 Prozent auf 4,45 Mio) wieder auf die Plätze verwiesen und ist damit auf dem Weg, 2012 den prestigeträchtigen Spitzenplatz beim Jahresabsatz zurückzuerobern. Das zeigte sich auch beim Quartalsumsatz. Der Erlös stieg um 60 Prozent auf 5,5 Billionen Yen. Beobachter verwiesen zur Erklärung der starken Zahlen allerdings auch auf die Hilfen der japanischen Regierung.

200 Millionen Fahrzeuge hat der japanische Autobauer nach eigenen Angaben vom Produktionsstart im August 1935 bis heute gebaut. Vor 77 Jahren hatte das erste Kfz, ein G1-Lkw, die Fabrikhallen verlassen. Das am meisten produzierte Modell ist der Corolla mit gut 39 Millionen Einheiten.

Mit 435.900 Fahrzeugen hat Toyota Motor Europe (TME) im ersten Halbjahr 2012 zwei Prozent mehr Pkw verkauft als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 412.466 Autos auf Toyota und 23.454 Autos auf die Premium-Tochter Lexus. Besonders erfolgreich waren die Japaner in Deutschland. 42.018 verkaufte Toyota und 1.537 Lexus zwischen Januar und Juni 2012 bedeuteten in einem insgesamt nachlassenden Markt ein Plus von zehn Prozent.

Erst am Mittwoch hatte Toyota wegen möglicherweise lockerer Spurstangen-Verschraubung an einigen Baureihen rund 1,4 Millionen Fahrzeuge vorsorglich in die Werkstätten zurückgerufen. In Deutschland sind rund 76.000 Fahrzeuge von der Aktion betroffen. Bereits vor einigen Jahren musste der Konzern mehr als zehn Millionen Fahrzeuge zurückordern. Seit den Problemen vor zwei Jahren mit festklemmenden Gaspedalen und fehlerhaften Bremsen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein neuerlicher Image-Schaden vermieden werden. Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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motor-informations-dienst / global-press
Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur

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