Nach Ölunfall
Brasilien brummt Chevron Bohrverbot auf

Nach Problemen mit einer Chevron-Probebohrung vor Brasiliens Küste schwamm ein Ölteppich auf dem Meer. Der Ölkonzern hat dafür eine erste Strafe gezahlt. Nun entzieht Brasilien Chevron die Bohrlizenz.
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Sao Paolo/Rio de JaneiroBrasiliens Behörden haben nach dem Öl-Unfall vor der Küste des Landes sämtliche Bohraktivitäten des US-Konzerns Chevron auf brasilianischem Territorium suspendiert. Die Maßnahme gelte solange, bis die Ursachen für den Ölaustritt geklärt und die Verantwortlichen gefunden seien, teilte die Nationale Erdölagentur ANP am Mittwoch in Rio de Janeiro mit. Zugleich lehnte sie einen Antrag von Chevron ab, die riesigen Ölvorkommen auszubeuten, die kürzlich unter einer dichten Salzkruste im Meer entdeckt wurden.

Die Entscheidung beruhe auf Analysen und technischen Beobachtungen, „die auf Seiten des Konzessionärs (Chevron) Fahrlässigkeit bei der Ermittlung fundamentaler Daten für die Bohrungen“ zeigten. Ursache des Ölunfalls sind möglicherweise Fehler bei der Druckberechnung für eine Bohrung.

Die Regierung in Brasilia wirft Chevron vor, Informationen über das Ausmaß des Öllecks verschleiert und nicht schnell genug mit der Beseitigung des Ölteppichs begonnen zu haben. Rios Umweltminister Carlos Minc hatte das Unglück „vermeidbar“ genannt und Chevron „Nachlässigkeit“ vorgeworfen.

Der Präsident von Chevron Brasil, George Buck, sagte am Mittwoch bei einer Anhörung im Parlament in Brasília: „Ich bitte das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung aufrichtig um Entschuldigung.“ Er hoffe, dass Chevron weiter Partner Brasiliens bleiben könne.

Chevron war am Montag mit einer ersten Strafe in Höhe von 50 Millionen Reais (20,5 Mio Euro) belegt worden. Doch muss der Konzern mit weiteren Bußgeldern rechnen, die die Summe mehr als verdreifachen könnten.

Bei der Probebohrung war es am 7. November zu Problemen gekommen. Der Austritt des Öls war am 9. November entdeckt worden. Das betroffene Bohrloch von Chevron befindet sich nahe dem Ölfeld Campo Frade rund 370 Kilometer vor der brasilianischen Küste. In der Nähe liegen Routen von Walen und Delfinen.

Über die Menge des ausgetretenen Öls gibt es höchst unterschiedliche Angaben. Nach Angaben der brasilianischen Umweltbehörde Ibama liefen seit dem Unfall 5000 bis 8000 Barrel Öl ins Meer. Chevron spricht von 2400 Barrel. Nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Satellitenbilder von dem Ölteppich auswertete, traten täglich rund 3700 Barrel aus. Nach Angaben der Nationalen Ölgesellschaft sei das Leck aber inzwischen unter Kontrolle.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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