Nach Trump-Attacke
Dürr verliert Ford-Auftrag für Mexiko

Nach einer Drohung von Donald Trump hat Ford seine Pläne für ein neues Werk in Mexiko aufgegeben. Die Folge: Der deutsche Anlagenbauer Dürr verliert einen Millionenauftrag. Das könnte sich aber langfristig auszahlen.
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FrankfurtDie Aufgabe des Plans für ein neues Werk des US-Autobauers Ford in Mexiko zieht den Lackieranlagenbauer Dürr in Mitleidenschaft. Ein Auftrag im Wert von rund 100 Millionen Euro gehe deshalb verloren, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag. „Uns entsteht aber kein wirtschaftlicher Nachteil”, ergänzte er. Dürr sei schon in Verhandlungen mit Ford über alternative Aufträge an Standorten in den USA, Mexiko und Brasilien. Auch bleibe die Prognose eines Auftragseingangs von 3,5 bis 3,7 Milliarden Euro für 2016 unverändert. Auf den Umsatz hätte sich der Ford-Auftrag frühestens 2018 ausgewirkt.

Das Bankhaus Metzler nahm das dennoch zum Anlass, die Aktie des MDax-Konzerns auf Verkaufen herunterzustufen. Analyst Jasko Terzic erklärte, Dürr werde von Ford zwar Ersatzaufträge erhalten. Doch werde dies sich länger hinziehen. Auch andere Autobauer könnten außerdem ihre Aufträge verschieben.

Ford hatte in dieser Woche erklärt, nicht länger ein neues Werk in Mexiko bauen zu wollen. Der US-Autobauer hatte das mit einer geringeren Nachfrage nach Kompaktwagen am US-Markt, die dort gebaut werden sollten, begründet. Autoexperten vermuten jedoch die Ankündigungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump, durch die Rückkehr zu Zöllen auf Einfuhren aus Mexiko die Industrie zum Aufbau von Jobs in den USA zu zwingen, als Grund. Trump hatte im Wahlkampf Ford wegen seines Mexiko-Plans kritisiert und zuletzt auch General Motors gewarnt.

Dürr, Weltmarktführer für Lackieranlagen, rechnet dem Sprecher zufolge nicht mit negativen Effekten durch Trumps Industriepolitik. Denn zusätzliche Investitionen in den USA könnten Rückgänge in Mexiko ausgleichen. „Von anderen Kunden haben wir keine Hinweise”, ergänzte der Sprecher mit Blick auf die neuen Werke von Daimler und BMW, die Dürr ebenfalls ausrüstet. Auto-Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank erwartet, dass durch einen Ausbau der Produktion in den USA Dürr ein höheres Auftragsvolumen winkt als der Zulieferer jetzt verliert. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung. Die Aktie war dennoch mit einem Kursrückgang von rund 4,5 Prozent Schlusslicht im MDax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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