Nachhaltigkeit
Toyota macht das Rennen

Der japanische Autokonzern Toyota schafft mit seiner Produktion im Vergleich mit 15 Wettbewerbern die größte Nachhaltigkeit, gefolgt vom deutschen Hersteller BMW und der japanischen Renault-Tochter Nissan. Die Untersuchung des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung berücksichtigt erstmals ökologische und soziale Ressourcen.

DÜSSELDORF. Das ist das Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Untersuchung, die das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (ITZ) zusammen mit der Queen's University Management School in Belfast erstellt hat.

Das ITZ bewertete in der Studie erstmals die Nachhaltigkeit von 16 Automobilherstellern nach dem Maßstab des Sustainable Value. "Der Ansatz erweitert die im Finanzmarkt seit langem etablierte Rechnung nach Opportunitätskosten auf ökologische und soziale Aspekte", sagt Tobias Hahn, der Leiter der Studie. Dadurch werde der Tatsache Rechnung getragen, dass Unternehmen nicht nur Kapital, sondern auch ökologische und soziale Ressourcen wie Wasser und Arbeitskraft einsetzten, um Autos zu produzieren.

Nutzt ein Unternehmen diese Ressourcen effizienter als der Markt, entsteht ein positiver Sustainable Value. "Die Studie verbindet den Nachhaltigkeitsgedanken mit der Bewertungslogik von Investitions- und Finanzmarktentscheidungen", sagt Hahn. So sollen auch Analysten und Investor-Relations-Fachleute sich mit Umweltaspekten auseinandersetzen können. Die Auswertung basiert auf Angaben der Unternehmen, gefördert wurde die Studie durch den Autobauer BMW. "BMW wollte sich selbst im Kontext der Brache sehen", sagt Hahn.

Das Ergebnis dürfte die auf mehr Effizienz bedachten Münchner Manager erfreuen. Bei Faktoren wie Kapitaleinsatz, Schadstoffemissionen, Abfallerzeugung, Wassereinsatz, Zahl der Arbeitsunfälle und Beschäftige nehmen sie absolut den zweiten Platz ein. Bei der Sustainable-Value-Marge, dem Verhältnis zwischen Sustainable Value und dem Umsatz, liegt BMW mit 6,3 Prozent sogar vor Toyota. Die Japaner erzielen eine Marge von 5,9 Prozent, gefolgt von Honda mit 4,5 Prozent und Nissan mit 4,1 Prozent.

Die Sustainable-Value-Marge von Volkswagen ist leicht negativ, noch etwas schlechter schneidet der französische Hersteller Renault ab. Mit einer negativen Marge von 8,9 Prozent landet der weltgrößte Autobauer General Motors auf dem letzten Rang. Vorletzter wird die italienische Fiat. "Generell lässt sich sagen, dass ein gutes Qualitätsmanagement meist auch zu guten Ergebnissen unter Umweltaspekten führt", gibt Projektleiter Hahn den Autobauern auf den Weg.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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