Nervöse Märkte
Evonik verschiebt den Börsengang auf Frühjahr

Evonik muss wegen der schwierigen Marktlage seinen Börsengang erneut verschieben. Der Spezialchemiekonzern hofft jetzt auf das kommende Frühjahr. Denn das Unternehmen selbst fühlt sich bereit für den Schritt.
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EssenEs sollte der größte deutsche Börsengang seit Jahren mit rund fünf Milliarden Euro Volumen werden. Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik stand mit einer auf Finanzmarkt getrimmten Firmenstruktur und guten Zahlen in den Startlöchern. Doch die aktuelle Panikstimmung an der Börse durchkreuzt die Pläne der Essener nun schon zum zweiten Mal nach dem ersten Anlauf 2008.

Wegen der hektisch schwankenden Kurse wird das Kuratorium des Evonik-Haupteigentümers, der RAG-Stiftung, aller Voraussicht nach an diesem Freitag (23.09.) in einer Telefonkonferenz beschließen, den Börsengang in das nächste Jahr verschieben.

„Wenn wir jetzt rausgegangen wären, wäre enorm viel Geld verbrannt worden. Wir haben doch keinen Zeitdruck“, sagt ein Insider. Ursprünglich hatten Management und Kuratorium den Herbst dieses Jahres für den Gang aufs Parkett fest angepeilt. Jetzt wartet Evonik auf ein Zeitfenster im nächsten Frühjahr. Sobald sich die Stimmung wieder aufhellt, kann das Unternehmen schnell reagieren, da fast alle Vorarbeiten geleistet sind.

Evonik hat sein Konzernergebnis im vergangenen Jahr verdreifacht und rechnet nach den ersten beiden Quartalen für 2011 mit weiteren Steigerungen in allen wesentlichen Kennziffern. Angesichts der großen Nachfrage für eine Anleihe und Kreditlinien in Milliardenhöhe in den vergangenen Jahren, hält sich das Unternehmen weiter für uneingeschränkt börsenfähig. „Es scheitert nicht an uns, es scheitert am Markt“, sagt ein Mitarbeiter.

Grünes Licht für die Verschiebung kam Anfang des Monats von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Die Bundesregierung sitzt mit im Boot: Die RAG-Stiftung als Treuhänderin der öffentlichen Hand muss aus den Erlösen des Börsengangs die dauerhaften Lasten des deutschen Steinkohlebergbaus bezahlen - nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG rund 8,4 Milliarden Euro. So steht es in der Satzung der 2007 gegründeten Stiftung.

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Die Vorbereitungen zum Börsengang erfordern Fingerspitzengefühl

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