Neuanfang
Lyondell-Basell erwartet Gewinneinbruch

Der hochverschuldete Chemiekonzern Lyondell-Basell will sich unter dem Dach einer neuen Holding neu strukturieren, frisches Kapital soll einen Neuanfang ermöglichen. Indes dürfte der viertgrößte Chemiehersteller der Welt auch 2009 tiefrote Zahlen schreiben. Der Konzern rechnet mit einem Umsatzrückgang von knapp 50 Prozent.

FRANKFURT. Der Konzern befindet sich mit seinen US-Aktivitäten im Insolvenzverfahren unter Chapter 11. Die neue Holding in den Niederlanden soll mit etwa drei Mrd. Dollar frischem Kapital ausgestattet werden und einen Neustart mit dem bisherigen Spektrum an Chemiegeschäften ermöglichen.

"Wir werden als ein stärkeres Unternehmen mit einer soliden Kapitalstruktur aus dem Verfahren hervorgehen", erklärte Firmenchef Jim Gallogly. Das Management des Konzerns richtet sich dabei aber auf einen drastischen Umsatz- und Ertragseinbruch im laufenden Jahr sowie einen nur verhaltenen Aufschwung in den Folgejahren ein. Das geht aus dem Reorganisationsplan hervor, den Lyondell-Basell vor wenigen Tagen beim New Yorker Insolvenzgericht einreichte.

Der bisher nach BASF, Dow und Exxon Mobil viertgrößte Chemiehersteller der Welt rechnet danach für 2009 mit einem Umsatzrückgang von rund 45 Prozent auf knapp 28 Mrd. Dollar und einem Rückgang des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um über die Hälfte auf nur noch 1,3 Mrd. Dollar.

Unter dem Strich dürfte der Chemieriese auch 2009 tiefrote Zahlen schreiben. Für das erste Halbjahr hat er einen Nettoverlust von knapp 1,4 Mrd. Dollar ausgewiesen, bei rund 13 Mrd. Dollar Umsatz. Die Zahlen sprechen dafür, dass Lyondell-Basell von der Konjunkturflaute noch heftiger getroffen wird als die meisten anderen Chemiekonzerne in Nordamerika und Europa, die im Schnitt Umsatzeinbußen von etwa 30 Prozent verbuchten.

Eine Rolle dürfte dabei auch das relativ starke Engagement von Lyondell-Basell in der Petrochemie spielen. Mit besonders schwachen Margen kämpft der Konzern zudem im Raffineriegeschäft, das unter der schwachen Nachfrage nach Benzin und Dieselkraftstoffen massiv leidet. Hinzu kommen geschäftliche Einbußen sowie hohe Kosten für Neuordnung und Insolvenzverfahren.

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