Neubewertung von Firmenwerten ließ Zementhersteller 2004 tief in die roten Zahlen rutschen
Heidelberg Cement weitet Verluste aus

Der strenge Winter und ein schwaches Deutschlandgeschäft haben Europas zweitgrößten Zementhersteller Heidelberg Cement im ersten Quartal 2005 tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. Vorstandschef Bernd Scheifele kündigte am Mittwoch in Heidelberg die Fortsetzung des konsequenten Sparkurses sowie eine Erhöhung der Zementpreise an.

HB HEIDELBERG/LEIMEN. Für das Gesamtjahr wird ein moderates Umsatzplus, eine Absatzsteigerung um etwa 5 Prozent sowie eine spürbare Verringerung des Fehlbetrags von 333 Millionen Euro angestrebt. Vorstandschef Bernd Scheifele kündigte am Mittwoch in Heidelberg die Fortsetzung des konsequenten Sparkurses sowie eine Erhöhung der Zementpreise an.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag das Vorsteuerergebnis bei minus 99 Millionen nach minus 83 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern habe minus 96 Millionen nach minus 60 Millionen Euro betragen, sagte der Vorsitzende. Der Umsatz stieg leicht von 1,34 Milliarden auf 1,35 Milliarden Euro. Der Zement- und Klinkerabsatz ging um zwei Prozent auf 12,7 Millionen Tonnen zurück. Die Aktien des im MDAX notierten Unternehmens gewannen nach den Quartalszahlen um 2,05 Prozent auf 45,40 Euro.

Im Geschäftsjahr 2004 war Deutschlands größter Baustoffhersteller wegen der Neubewertung von Firmenwerten tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis nach Steuern sackte auf minus 333 Millionen Euro nach plus 133 Millionen Euro im Vorjahr ab. Um wieder aus den roten Zahlen zu kommen, hatte Scheifele eine Straffung der Unternehmensstruktur sowie eine stärkeren Ausrichtung auf ausländische Wachstumsmärkte angekündigt.

Nach Einschätzung des Vorstandschefs wird sich der Abwärtstrend bei den Bauinvestitionen in Deutschland in diesem Jahr fortsetzen. Ob die Restrukturierungsmaßnahmen einen Arbeitsplatzabbau auf dem heimischen Markt zur Folge haben werden, könne aber noch nicht gesagt werden, erklärte Scheifele. Die Zahl der Mitarbeiter ging im ersten Quartal 2005 um rund 850 auf 41 600 zurück.

Auf der Hauptversammlung in Leimen wurde eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2004 beschlossen. Scheifele begründete die Kürzung im Vergleich zum Vorjahr mit dem erheblichen Konzernverlust: „Die Einsparung bei der Dividende wird dem Unternehmen - Ihrem Unternehmen - helfen, seine Kapitalbasis und Innenfinanzierung weiter zu stärken“. Für das Geschäftsjahr 2003 war noch eine Dividende von 1,15 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%