Neue Details zum Einstieg
Magna und Sberbank knausern bei Opel

Eigentlich wollten der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und die russischen Sberbank 500 Mio. Euro bei Opel einbringen. Daraus wird offenbar nichts. Einem Zeitungsbericht nach wollen sich beide Unternehmen nur mit einem Bruchteil der Summe engagieren.

HB HAMBURG. Das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank bringt bei der Übernahme von Opel nach "Spiegel"-Informationen zunächst nur 100 Mio. Euro an Eigenkapital ein. Das gehe aus der Absichtserklärung hervor, die dem Nachrichtenmagazin vorliegt. Bislang hatte es geheißen, die beiden Partner engagierten sich mit 500 Mio. Euro. 400 Mio. stellen Magna und Sberbank den Angaben zufolge aber nur als zinsloses Darlehen zur Verfügung, für das sie sich Sicherheiten einräumen ließen. Erst schrittweise und über Jahre solle der Kredit in Eigenkapital umgewandelt werden.

Magna und die russischen Partner hatten beim Opel-Einstieg den Vorzug vor dem italienischen Autobauer Fiat bekommen. Bisher gibt es eine vorläufige Vereinbarung.

Die Sberbank zumindest hält ihren geplanten Einstieg bei Opel für "riskant", aber auch für eine große Chance, um die russische Autoindustrie zu modernisieren. Bankchef German Gref sagte der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe): "Letztlich sind wir und unsere Berater zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Deal ziemlich riskant ist, aber ein sehr großes Potenzial hat."

Der russische Hersteller Gaz und die Sberbank wollen gemeinsam mit ihrem Partner, dem Autozulieferer Magna, rund 55 Prozent an Opel übernehmen. Gref sagte, der Opel-Kauf solle im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden. "Es geht nun noch darum, eine Vereinbarung zwischen den Aktionären über die Unterzeichnung eines Memorandums zu erzielen." Die Sberbank, Russlands größtes Kreditinstitut, werde sich "in Form eines Kredits und in Form von Aktien" beteiligen. "Die Details diskutieren wir im Moment."

Gref betonte auch, der Anteil an Opel könne später an einen russischen Investor verkauft werden. Kreisen zufolgen hat die russische Bank dafür vier Optionen. Neben dem bereits mehrfach genannten Hersteller Gaz kämen auch IzhAvto, Sollers und TaGaz in Frage, sagte ein Sberbank-Mitarbeiter am Freitag zu Reuters

Derweil will der russische Opel-Interessent einem Agenturbericht zufolge ein Montagewerk von General Motors in St. Petersburg kaufen. Das russische Institut werde für die Fabrik 65 Mio. Euro an den insolventen US-Autoriesen überweisen, berichtete die Nachrichtenagentur Ria unter Berufung auf Unternehmenskreise.

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