Neue Einkaufsstrategie
Siemens siebt jeden fünften Zulieferer aus

Siemens stellt sich für die Zukunft auf - und sortiert dafür ein Fünftel seiner Zulieferer aus. Insgesamt will sich das Unternehmen von 74 000 seiner 370 000 Lieferanten trennen. Einkaufschefin Barbara Kux deutete bereits an, welche Regionen davon betroffen sein werden.

rtr MÜNCHEN. Siemens will ein Fünftel seiner Zulieferer aussortieren. Noch im laufenden Jahr wolle sich der Technologiekonzern von 74 000 seiner 370 000 Lieferanten trennen, sagte die neue Einkaufschefin Barbara Kux der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe). "Wir können nicht mit so vielen Lieferanten in die Zukunft gehen", sagte Kux nach einem halben Jahr im Amt. Es gehe dabei nicht nur um den Einkauf von Material, sondern um die gesamte Beschaffungskette.

Insgesamt kauft Siemens jährlich für 40 Mrd. Euro ein. Durch eine zentralisierte Beschaffung will der Münchener Konzern künftig seine Marktmacht stärker ausnutzen und den derzeit wachsenden Kostendruck zum Teil auf seine Zulieferer abwälzen. "Natürlich werden wir besonders in der jetzigen Situation versuchen, niedrigere Preise durchzusetzen", sagt Kux. "Wir können dabei auch größere Einkaufsvolumina anbieten, was bei den Verhandlungen hilft." Siemens will Ende April seine neue Einkaufsstrategie vorstellen, mit der über die kommenden Jahre Milliardenbeträge eingespart werden sollen. "Die Ziele werden bis 2010 in Etappen umgesetzt; danach werden neue Ziele definiert", sagte Kux.

Sie deutete an, dass vor allem die Lieferanten im Westen zu den Verlieren der neuen Strategie zählen und Schwellenländer wie China davon profitieren würden. "Das müssen wir tun, um in den Wachstumsmärkten stärker vertreten zu sein und um uns dort mit einem niedrigeren Kostenniveau dem lokalen Wettbewerb zu stellen." Nur ein Fünftel der Beschaffung erfolgten bislang in diesen Regionen, obwohl Siemens 30 Prozent des Konzernumsatzes dort erzielt. Da gebe es Handlungsbedarf.

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