Neue Förderung
Die Biogas-Branche sieht wieder Land

Die Biogas-Branche atmet auf. Das Schlimmste scheint überstanden. Seit der Neuregelung des Energie-Einspeisungsgesetzes Mitte des Jahres ist das Interesse an Biogas-Anlagen wieder erwacht. Anlagenbauer wie Envitec und Schmack profitieren davon.

DÜSSELDORF. "Die Branche ist zufrieden", sagt Olaf von Lehmden, Vorstand der Envitec Biogas im niedersächsischen Lohne. "Wir erhalten jetzt neue Impulse." Auch Ulrich Schmack, Vorstand des Konkurrenten Schmack Biogas aus dem oberpfälzischen Schwandorf, sieht das Interesse an Biogas-Anlagen wieder geweckt.

Das hat die Branche auch bitter nötig. Die Unsicherheit über die künftige Förderung hatte dem Markt schwer geschadet. Zusätzlich führten steigende Getreidepreise dazu, dass die Bauern ihren Mais lieber am Markt verkauften als ihn den Biogasanlagen als Energiequelle zu liefern. Die Folge: Der Umsatz der Biogas-Anlagenbauer halbierte sich nach Angaben des Fachverbandes Biogas im vergangenen Jahr auf 500 Mill. Euro. Die installierte elektrische Leistung wuchs um lediglich 171 Megawatt gegenüber 450 Megawatt im Jahr davor.

Die beiden führenden Anlagenbauer Envitec und Schmack traf es hart. Der Umsatz von Schmack fiel im ersten Quartal 2008 um 54 Prozent auf 14 Mill. Euro, das Ebit war mit 8,8 Mill. Euro im Minus. Die Aktie von Schmack fiel bei Bekanntgabe der schlechten Quartalszahlen Ende Mai knapp 20 Prozent auf Kurse um 13 Euro. Im April 2007 hatte sie noch 76 Euro gekostet. Firmengründer Ulrich Schmack musste seinen Posten als Vorstandssprecher räumen und verantwortet jetzt als stellvertretender Vorstandschef die Ressorts Rohstoffe, Forschung und Entwicklung. Finanzchef Alexander Götz schied aus, neuer Vorstandsvorsitzender wurde der Unternehmensberater Werner Rüberg.

Auch Envitec ließ Federn, allerdings nicht so stark wie die Konkurrenz aus Bayern. Im ersten Quartal 2008 sank der Umsatz auf 15 Mill. nach 33 Mill. Euro in der gleichen Vorjahreszeit. Das Ebit rutschte mit 0,8 Mill. Euro ins Minus. Mit dem Börsengang im Juli 2007 zu einem Ausgabekurs von 47 Euro hatte das norddeutsche Unternehmen noch Glück. Kurz danach kam der Absturz an der Börse. Die Titel notieren jetzt bei Kursen um 16 Euro.

Doch nun gibt es Lichtblicke, auch für die Aktie. Analyst Sebastian Zank von der WestLB empfiehlt die Schmack-Aktie wieder als Kauf. Envitec hat er allerdings noch auf "Reduzieren" gestellt.

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