Neue Pläne fürs staatliche Engagement
Steinbrück erwägt Einstieg bei EADS

Der Einstieg der Bundesregierung beim angeschlagenen Luftfahrtkonzern EADS wird immer wahrscheinlicher. Finanzminister Peer Steinbrück zeigte sich in einem Zeitungsinterview offen diese Möglichkeit. Allerdings hat er ganz genaue Vorstellungen wie sich der Bund engagieren soll.

HB BERLIN. Die Bundesregierung prüft einem Zeitungsbericht zufolge, ob sie gemeinsam mit privaten Investoren und Banken beim Luftfahrtkonzern EADS einsteigt - und nicht, wie zunächst geplant, allein. Es könne Sinn machen, über die Bildung eines Pools mit privaten Unternehmen und Banken nachzudenken, in dem der Staat nur eine kleinere Rolle spielt, sagte Finanzminister Peer Steinbrück der „Süddeutschen Zeitung“ laut einer Vorabmeldung auf eine entsprechende Frage. Der SPD-Politiker bekräftigte, niemand beabsichtige, den Bund zum Unternehmer zu machen. Es gehe aber darum, EADS zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern. Zuvor hatte es Kritik an einem zu starken Engagement des Bundes gegeben.

Hintergrund der Überlegungen zu einer staatlichen Beteiligung an EADS ist der von Daimler-Chrysler geplante Verkauf eines 7,5-Prozent-Anteils an dem deutsch-französisch geführten Luft- und Raumfahrtunternehmen. Mit einer Miteigentümerschaft nach französischem Vorbild könnte die Bundesregierung größeren Einfluss auf strategische Entscheidungen des angeschlagenen Unternehmens nehmen.

Steinbrück machte deutlich, dass über ein mögliches Engagement noch keine Entscheidung gefallen sei. Es mache keinen Sinn, „über ungelegte Eier zu spekulieren“. Er fügte aber hinzu: „Es sind durchaus Lösungen möglich, die ordnungspolitisch vertretbar sind.“ Mann könne Airbus nicht einfach „koppheister (kopfüber) gehen lassen, nur weil das Unternehmen aufgrund von Managementfehlern in einer Anpassungskrise steckt oder sich ein industrieller Anteilseigner von Anteilen trennen will“.

Der stellvertretende US-Handelsminister Frank Lavin äußerte sich unterdessen erneut besorgt über einen möglichen Einstieg des Staates bei EADS. Man dürfe „besorgt fragen“, warum sich „der deutsche Staat an einem solchen Konzern beteiligen will, der sich offenkundig nicht marktgerecht verhält“, sagte Lavin der Zeitung „Die Welt“ von Montag. Es gehe um die Frage, ob Staatsinterventionen der Wirtschaft einen guten Dienst erwiesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%