Neueinstellung nur bei Fluktuation
Kein Einstellungsstopp bei VW

Auf lange Sicht will Volkswagen auch die Personalkosten senken. Einen Einstellungsstopp gibt es im Rahmen des Sparprogramms jedoch nicht, dementierte VW einen Zeitungsbericht.

HB HAMBURG. „Volkswagen hat keinen Einstellungsstopp beschlossen. Auf Grund der Marktschwäche sind wir aber mit Einstellungen zurückhaltend“, sagte ein Konzernsprecher am Montag. Er widersprach damit einem Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach für alle Unternehmensbereiche ein Einstellungsstopp verhängt worden sei. Die Zeitung hatte am Montag ohne Quellen berichtet, VW wolle durch das Nichtbesetzen frei werdender Stellen einen Arbeitsplatzabbau in jährlich vierstelliger Höhe erreichen. Außerdem sollen Überstunden nicht mehr in der gewohnten Höhe vergütet werden.

Der Personalvorstand der VW-Finanzsparte, Rolf Grönig, sagte, die Belegschaft des Konzerns werde wohl nicht weiter ausgebaut. „Dass heißt, wir werden nur noch Fluktuationen für Einstellungen nutzen.“ Damit würden durch Pensionen oder Renteneintritte sowie bei Ausscheiden aus dem Unternehmen frei werdende Stellen wieder besetzt. Bei einem strengen Einstellungsstopp würde selbst dann kein Personal neu eingestellt, um die Zahl der Arbeitsplätze und damit der Personalkosten insgesamt zu verringern.

VW will Details seines Sparprogramms am Dienstag nennen

Volkswagen hatte vor eineinhalb Wochen angekündigt, seine Sparanstrengungen zu erhöhen, um bei der schwachen Autokonjunktur und dem hohen Euro-Kurs gegenzusteuern. Im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Maßnahmenkatalogs mit sieben Schwerpunkten sollen alle Konzernfelder nach Einsparungsmöglichkeiten durchkämmt und die Prozesse weiter gestrafft werden. Reuters hatte aus Aufsichtsratskreisen erfahren, dass bis Ende 2005 zwei Milliarden Euro mehr als bislang geplant an Kosten eingespart werden sollen. Bislang strebt VW an, die Kosten um jährlich eine Milliarde Euro zu drücken.

Mit dem Maßnahmekatalog, dessen Details VW auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Wolfsburg erläutern will, soll die Ertagskraft erhöht und das Unternehmen von negativen Währungs- oder Konjunktureinflüssen unabhängiger gemacht werden. Im vergangenen Jahr war der operative Gewinn durch Anlaufkosten für neue Modelle, negative Umrechnungseffekte durch den starken Euro sowie Sonderabschreibungen und Sanierungskosten um knapp 63 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro eingebrochen.

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