Neuer Lebensmittelkonzern
Kamps schluckt Homann

Der ehemalige Großbäcker Heiner Kamps ist seinem Ziel, einen neuen deutschen Lebensmittelkonzern aufzubauen, ein Stück näher gerückt. Er hat über seine Investmentgesellschaft den bekannten Feinkost-Hersteller Homann gekauft. Das Geschäft dürfte Balsam auf seiner Seele sein, war er doch erst vor kurzem mit einer Übernahme gescheitert.

HB BREMERHAVEN/DISSEN. Der Mayonnaise- und Salathersteller sei über die International Food Retail Capital (IFR) mit Sitz in Zypern erworben worden, teilte Kamps am späten Donnerstagabend mit. Über IFR ist der Düsseldorfer Unternehmer auch Eigentümer der Fischgastronomie- Kette Nordsee aus Bremerhaven.

IFR hat Homann von der britischen Kapitalgesellschaft Henderson European Partners übernommen. Den Kaufpreis bezifferte Kamps auf 180 Mill. Euro. Das entspreche dem siebenfachen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) des 1876 gegründeten Traditionsunternehmens. Die Übernahme muss noch von Bundeskartellamt genehmigt werden.

Kamps' Reich

Kamps will durch diese und weitere Akquisitionen unter dem Dach von IFR einen Lebensmittelkonzern schmieden, der in drei Jahren ein Umsatzvolumen von 1,5 Milliarden Euro erreichen soll. Anfang des Jahres war Kamps allerdings mit dem Versuch gescheitert, drei Großbäckereien zu kaufen.

Seitdem Kamps 2002 seine gleichnamige Bäckerei-Kette für 1,8 Mrd. Euro an den italienischen Nudel-Hersteller Barilla verkaufte, ist Homann sein dritter Einkauf. Vor zwei Jahren übernahm er die Nordsee-Kette; außerdem ist er über IFR Eigentümer der Bäckerei Bastian's in der Düsseldorfer Innenstadt. Den Gesamtumsatz der drei Unternehmen bezifferte Kamps auf mehr als 650 Mill. Euro bei einem operativen Ergebnis von mehr als 55 Mill. Euro.

Die Homann Feinkost GmbH in Dissen/Westfalen erzielt mit 1 200 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund 300 Mill. Euro. Homann ist der größte Produzent von Kartoffelsalat hier zu Lande. Wie die Nordsee (Jahresumsatz 350 Mill. Euro) gehörte Homann bis Ende der 90er Jahre zum Unilever-Konzern und wechselte danach mehrfach den Besitzer.

Millionen eingesammelt

Für den Zusammenkauf des geplanten Lebensmittelkonzerns hatte Kamps im Herbst 2006 gemeinsam mit dem auf Jersey beheimateten Investmentunternehmen APC Capital die International Food Retail Company, kurz IFR, gegründet. Der gelernte Bäcker ist sowohl bei IFR als auch bei APC Anteilseigner. An beiden Gesellschaften ist außerdem der Molkereiunternehmer Theo Müller beteiligt.

Mit dem Gang an die Londoner Börse kapitalisierte IFR nach eigenen Angaben Ende 2006 rund 135 Mill. Euro. Ursprünglich sollte ein Teil dieses Geldes in die süddeutschen und österreichischen Großbäckereien Müller Brot, Löwenbäcker und Anker Brot investiert werden. Das geplante Geschäft wurde aber Anfang 2007 gestoppt.

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